Allgemein, Politik 17. Juni 2019

„Veteranenabzeichen per Post“ – Ein Veteran macht sich Luft!

von Daniel King

Mahlzeit und kurz zu mir, mein Name ist Daniel, bin 32 Jahre alt und ehemaliger Bundeswehrsoldat. In der Zeit von Januar 2007 bis Dezember 2015, diente ich als Fallschirmjäger in Seedorf und war, von August 2010 bis März 2011 in Kundus / Afghanistan, eingesetzt. In meiner Funktion als Scharfschütze und Scharfschützentruppführer, nahmen meine Kameraden und ich, an aktiven und passiven Kampfhandlungen, teil. Ich kann für diese Gruppe sprechen, wenn ich sage: „Wir haben dort unten Alles erlebt.“

Heute habe ich einen Artikel gelesen, der mich erst etwas froh gestimmt hat. Froh darüber, dass endlich drüber gesprochen und es thematisiert wird. Das Thema „Veteran sein und werden in Deutschland“

Es gibt endlich ein Veteranenabzeichen, dass ist super und wurde auch Zeit.

Im zweiten Moment, wurde mir die Realität bewusst. Unter dem Strich, kann jeder der die Uniform getragen hat, dieses Abzeichen beantragen. Egal ob man 9 Monate oder 12 Jahre gedient hat, als Berufssoldat bei der Bundeswehr war und unabhängig davon, ob man für Deutschland im Auslandseinsatz war.

Es ist für mich nicht verständlich, wieso sich jemand Veteran nennen kann, der beispielsweise als Soldat auf Zeit “nur” 4 Jahre, beim Spieß im Büro gesessen hat. Keine Frage, er hat seine Arbeit verrichtet und das finde ich klasse, aber ist das wirklich ein Veteran? Er kann das Abzeichen beantragen und darf sich Veteran nennen! Ne sorry, dafür habe ich kein Verständnis.

Dieses Abzeichen / diese Würdigung, soll man schriftlich beantragen und bekommt es dann, mit der Post nach Hause geschickt. Mit etwas Glück, überreicht mir dann der Postbote feierlich den Umschlag, oder er landet wortlos im Briefkasten.

Ja, genau so, hab ich mir das schon immer vorgestellt.

Nein, Scherz beiseite. Ist das die Art, wie man die Menschen würdigt, die ihr Leben in den Dienst dieses Landes gestellt haben? Die an Leib und Seele verwundet wurden und Kameraden sterben sahen?

Wie soll eine Gesellschaft, Respekt und Anerkennung für Veteranen entwickeln, wenn noch nicht einmal die Politik es vorlebt und sich vor einer offiziellen Zeremonie, voll Würde und Anerkennung, drückt.

Auszug aus dem Artikel auf Bundeswehr.de

Das Veteranenabzeichen ergänzt diese gute Tradition und stellt die Werte in den Vordergrund, die uns alle verbinden: Gemeinschaft, Kameradschaft und Pflichterfüllung im treuen Dienst an der Gesellschaft.“

Hierzu habe ich eine etwas andere Sichtweise. Wir brauchen statt eines Veteranenabzeichens für Alle, ein weiteres Abzeichen, nennen wir es BundesPin für die Soldaten, die in der Heimat treuen Dienst erfüllen.

Auszug aus dem Artikel auf Bundeswehr.de

Für besondere Verdienste, Auslandseinsätze und Leistungen im Gefecht werden schon bisher Auszeichnungen verliehen.”

Ja! das stimmt. Auch ich besitze die Ehrenmedaille, Einsatzmedaille und die Einsatzmedaille Gefecht, jedoch sollte die Grundlage für die Bezeichnung „Veteran“ und somit des Veteranenabzeichens sein, dass man im Auslandseinsatz der Bundeswehr war und meiner Meinung nach, auch an Kampfhandlungen teilgenommen hat.

Es gibt laut der Definition des BMVGs aus November 2018, jetzt 10 Millionen Veteranen in Deutschland, ich bin einer davon, aber stolz, dass bin ich darauf nicht.

Für mich steht der Begriff Veteran, für Krieg, Gefechte und Angst und nicht für den normalen Dienst an der Waffe.

Das alles war ganz alleine meine persönliche Meinung, aber wahrscheinlich gibt es einige, die es ähnlich sehen.

Gerade mit so einem Begriff wie „Veteran“, sollte man ehrenhafter umgehen.

Glück ab.

Daniel

Foto von Daniel King
Kommentare 96
  • Ich finde trotz deiner Leistung / Auslandseinsätze, den Kommentar Bundes-Pin für alle anderen sehr abwertend!

    Ich kenne viele Soldaten die sich für Auslandseinsätze gemeldet haben, aber den es untersagt wurde !

    Dann gibt es noch die Kameraden im Ausland, mit Hotel Unterkunft usw. also Urlaub mit der höchsten Zulage für Einsätze!
    Was hat das dann mit Veteran zu tun!

    Keine Frage Ehre wenn Ehre gebührt aber das ist der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland leider alles egal!

    Zugführer LwSich und Stabsdienstfeldwebel

    • Sehr passende Worte, ich bin ganz deiner Meinung.

      • Danke für deine Worte. Ich war 2009 ebenfalls in Mazar und Kunduz und habe mehr als einmal bei Angriffen auf das Camp den Schrot auf mich zukommen sehen. Ich denke da auch etwas anders über dieses Veteranenabzeichen. So, wie es jetzt definiert ist, hat es für mich keinen Wert und ich werde es mir sicher nicht beantragen.
        Da sollte, aus meiner Sicht, nachgebessert werden seitens des BMvG.

    • Hey Thorsten, danke für dein Feedback, der Begriff Bundespin ist so salop gefallen, ich wollte damit nur verdeutlichen das wir in Deutschland vll irgendwie über ein weiteres Abzeichen nachdenken sollten, keine Frage das die Leute vom Team Heimat unverzichtbar sind, aber die Leute im Einsatz oh jetzt mit oder ohne Kampfhandlung sollten anders gewürdigt werden, dass wollte ich damit ausdrücken.

      Glück ab Daniel

  • Sehr Gut geschrieben.
    Dem ist nichts hinzu zufügen.

    • BTW, in UK ist jeder Veteran der in der Armee seiner Majestät gedient hat, habe ich heute selber am Rande erfahren. Auch wenn ich deine Meinung teile in vielen Aussagen so muss ich gestehen das ich nach der Info über UK heute etwas nachdenklicher geworden bin. Die Auszeichnungen die du hast stehen genau dafür was du durchgemacht hast. Brauch es jetzt aber noch ein weiteres Zeichen was nur diejenigen hervorhebt die im Ausland waren oder die nur im Gefecht waren? Meiner Meinung nein, denn die haben wir ja bereits. Außerdem nicht jeder der im Gefecht war hat die Medaille, es gibt sogar Verbände die sie ausgeschlagen haben geschlossen, dazu zähle ich zb. Dürfte ich mich deiner Ansicht nach nun Veteran nennen oder weil ich die Auszeichnung Gefecht nicht habe, nicht? Ich denke seid heute etwas kontroverser über das Thema nach. Wir wollen Anerkennung für unsere Streitkräfte in der Öffentlichkeit gleichzeitig soll aber nur ein enger Kreis gewürdigt werden? Die Art wie es vergeben wird macht mich auch sauer und was ist dahinter verknüpft? Bekomm ich Vergünstigungen im Museum oder im Freibad? In UK oder USA bekommt man diese Vorzüge sogar als Veteran fremder Streitkräfte. Darüber hätte man sich Gedanken machen sollen. Da kommt man mit den Menschen in Kontakt von denen wir etwas Anerkennung für unseren Dienst wollen. Nur wenn der Kassierer weiß das ist ein Veteran und er darf weniger zahlen weiß er Auch das es Veteranen gibt. So bleibt es nur eine PIN an der Jacke wo keiner weiß was das sein soll. Wie gesagt ich verstehe dich und teile viele Ansichten und bis heute morgen sogar mehr als jetzt. Schwieriges Thema denn zu oft vergessen wir was wirklich zählt. Ich brauche keine Auszeichnung für eine Auszeichnung die ich schon habe. Aber ein verständnisvoller Umgang mit dem Thema Veteranen in der Gesellschaft das brauche wir. Ob durch ein Stück Blech, eine ID card oder ein basecap ist mir Wurscht solange die Gesellschaft versteht wofür es steht und das respektiert wird ist die Form völlig egal.
      MKG

  • Werter Kamerad Daniel King, teile voll und ganz Deine Meinung, wenn jeder Gediente,auch ohne Auslandseinsatz, dieses Abzeichen tragen kann, dann ist es eben ein „Vereinsabzeichen“!

  • Dem ist nichts hinzuzufügen 👍🏼Tango

    • Ich stimme dem Beitrag bedingt zu. Ich würde einfach sagen, das jeder der im Einsatz war berechtigt ist dieses Abzeichen zu tragen. Egal ob mit Kampfhandlungen oder ohne.

  • Da stimme ich dem Kameraden King vollkommen zu. Ich bin Reservist und war nie in einem Einsatz. Ich fühle mich daher auch nicht als Veteran und will weder ein Abzeichen, noch als Veteran bezeichnet werden. Es ist für mich völlig in Ordnung „nur“ Reservist zu sein.

    • Finde den Beitrag vom Kameraden ganz gut geschrieben, kann ihn voll und ganz verstehen, das Problem was ich sehe aus erster Hand, der Begriff Veteran ist so gültig.

      Aber im Laufe der Zeit, wird es Erweiterungen geben müssen, so wie es seid 1993 von diversen Organisation/Vereine/Clubsschon gehegt und gepflegt wird die EinsatzVeteranen und GefechtsVeteranen.

      Im Leitfaden für Veteranen steht, zur Begründung wer ein Veteran ist folgendes „Jeder der sich als Veteran fühlt, ist ein Veteran“

      Wer Veteran/EinsatzVeteran/GefechtsVeteran ist doch ganz klar, ein Soldat der die Veteranen Auszeichnung bekommt ist Veteran, kommt dann noch eine Einsatzmedallie dazu ist er/sie ein EinsatzVeteran und wer dazu die Gefechtsmedallie hat, ein GefechtsVeteran, theoretisch ist doch alles geklärt und dann nennt euch auch so.

    • Ich möchte mich kritisch zu dem Artikel äußern.
      Daniel, natürlich steht dir der Respekt zu. Du hast eine außergewöhnliche Leistung erbracht, und warst in einer Ausnahmesituation, die nicht jeder erlebt.
      du bist aber doch aufgrund deiner Berufswahl in diese Situation gekommen. Dafür hat dich dein Arbeitgeber vertraglich besoldet. Dies alles geschah freiwillig und mit deinem Einverständnis. Hab ich das soweit richtig verstanden?
      was ist mit all den anderen Berufen, in denen man in Ausnahmesituation gerät?
      sollte deiner Meinung nach dafür auch eine Auszeichnung erschaffen werden?
      Beispielsweise soziale Berufe in der Pflege, in der Industrie, die Schmutz und Hitze ertragen müssen, unter Tage arbeiten? Ich möchte diese Jobs alle nicht machen, und bin mir meiner Berufswahl sehr glücklich.
      mich qualifiziert zu dieser Aussage, daß ich zu meiner Zeit nur eine gewisse Wahl hatte, ich aber auf jeden Fall eine Zeitlang dem Vater Staat in der Bundeswehr dienen musste! Mir hat es nicht geschadet, ich habe in der Zeit sehr viel gelernt.
      was ich dir mitgeben möchte, ist, daß dir niemand das nehmen kann, was du durchlebt hast. Ich wünsche dir, daß du daraus etwas für dein weiteres Leben entwickeln kannst, das dich voran bringt.
      diese Einzigartigkeit deines Lebensweges kann dir keine Medaille oder Abzeichen ersetzen

    • Moin zusammen.
      Es ist sehr erfreulich, daß es heute zu Tage solche Diskussionen gibt, das bedeutet die Gesellschaft lebt noch immer und hat auch eine Meinung zu äußern.

      Jetzt zu den Fakten bzw. Definition Veteran
      Veteran (von lateinisch veteranus „altgedienter Soldat“) ist eine Bezeichnung für einen altgedienten Soldaten. Bei ehemaligen Kriegsteilnehmern wird auch von Kriegsveteranen gesprochen. In Deutschland gilt jeder Soldat, der aktiven Dienst in der Bundeswehr leistet oder ehrenhaft daraus ausgeschieden ist, als Veteran.

      Im weiteren Sinne ist Veteran eine Bezeichnung für jemand, der sich beispielsweise in langer „Dienstzeit“ bewährt hat. So spricht man umgangssprachlich etwa auch von Firmen- oder Vereinsveteranen. Wikipedia

      Genau so sehen es auch Länder wie die USA oder Großbritannien, deren militärische Tradition einen hohen Stellenwert hat. Es gibt Veteranen und Kriegsveteranen.

      Ich selbst war 12 Jahre aktiv und seit 10 Jahren Zugführer in einer Einheit der Reserve. Das bedeutet, ich habe mir genauso wie alle anderen Soldaten dieser Armee den Arsch auf diversen Schießbahnen abgefroren, oder auf unbequemen Feldbetten gepennt. So mancher Vorgesetzter hat mir die Nerven geraubt oder der Kaffee in der Küche war mal wieder miserabel. All diese Erlebnisse machen mich zu einem Veteranen, weil ich es durchlebt habe neben meinen Kameraden. Die Tatsache, das ich nicht im Einsatz war, macht mich doch nicht zu einem schlechten Soldaten, oder etwa doch? Ein guter Soldat kennt seine Tugenden. So mancher, hat es vergessen zb den Respekt zu Untergebenen und auch Vorgesetzten, sich ordentlich zu Kleiden und korrekt den Dienst zu verrichten. Ständiges Jammern und spielen mit dem Mobiltelefon, auslegen von Befehlen, wie man es gern hätte gehören heute zur Tagesordnung.

      Mit diesem Kreuz oder ohne gehöre ich zu einer Gemeinschaft, die eben vieles erlebt hat.
      Ich denke alle, die in unserem Land oder der Welt im Einsatz sind, in der Feuerwehr, Polizei Bundeswehr etc. wären es Wert in diesem Club aufgenommen zu werden. Wer dieses Clubabzeichen tragen möchte, soll es tun, wer nicht, hält sich lieber mit Äußerungen zurück. Ob das Abzeichen nun mit der Post gesendet wird, oder nicht, ist doch unerheblich.

      Übrigens… Diejenigen, die sich im Einsatz durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet haben, bekommen ein anderes Abzeichen und das ist auch gut so…

      Ich danke vielmals für die Aufmerksamkeit und wünsche allen aus dem Club ein angenehmes Wochenende.

      Semper Communis

  • Ich gehe mit Dir dacor! Ich war in zwei Einsätzen, 97-98 SFOR, 99 KFOR. Für den ersten Einsatz habe ich die Einsatzmedaille erhalten, für den Zweiten nicht einmal die, weil ich in Summe „nur“ 35 Tage im Kosovo war. Auch die „Einsatzmedaille Gefecht“ steht mir somit nicht zu, obwohl ich am 13.06.99 in Prizren mit vor Ort war. Mich haben „meine Dämonen“ nach 19 Jahren eingeholt. Alle Ansprüche vor 2002 werden „totgeschwiegen“. Auch wir waren in Gefechte verwickelt, haben durch Unfälle o.ä. Kameraden verloren und unsere Seele ist teilweise in den Einsätzen geblieben. Ich verzichte auf dieses Stück Blech, wenn nicht die Leistung konkret gewürdigt wird… Auch wir haben unseren Dienst verrichtet, im Auftrag unseres Parlaments. Und es muss definitiv eine Unterscheidung zwischen „Einsätzen“ und „Nichteinsätzen“ durchgeführt werden! Ich hoffe inständig, dass der BdV hier noch viel erreichen kann, um so die erbrachten Leistungen durch das BMVg würdigen zu lassen. Andere Nationen haben einen Tag, für „ihre“ Kameraden.
    Zitat:“Den Charakter eines Volkes erkennt man daran,
    wie es seine Veteranen behandelt…“

    Semper communis!
    Treue um Treue!
    Mit kameradschaftlichen Grüßen

  • Nach 33 Jahren Dienst als Berufssoldat und etlichen Auslandseinsätzen in BiH, Kosovo und Afghanistan,
    seid meiner Pensionierung vor 10 Jahren regelmäßig auf meinem alten Dienstposten als Spieß RDL leistend, masse ich mir an, die Wertstellung dieses „Abzeichens“ in Frage zu stellen. Jeder Soldat der einen Funken Ehre in sich trägt, wird dieses „Mitgliedsabzeichen“ ablehnen. Es ist nichtssagenden und bedeutungslos.
    Kameraden, es ist viel wichtiger was ihr in der Brust tragt, statt das was ihr auf die Diensranzugjacke davor geheftet habt!

  • Ich habe aus gesundheitlichen Gründen nicht gedient, bin aber als Förderer im Reservistenverband tätig. Meiner Meinung nach ist der ein Veteran der im Einsatz war.

  • Ich teile diese Ansicht nicht. Gleichwohl ich sehr gut nachvollziehen kann, was damit zum Ausdruck gebracht werden soll. Ein Soldat, der seinem Land gedient hat, verdient den dazugehörigen Respekt und auch die Anerkennung. Was mir jedoch völlig widerstrebt, ist mein Eindruck, dass es den Einen oder Anderen gibt, der da meint, weil er eine Ausnahmesituation durchlebt hat, dafür den Rest seines Lebens gehuldigt gehört. Nicht jeder Einsatzsoldat hatte Tics oder war Bestandteil von Operationen mit aktivem Anteil. Die Masse der Soldaten gehören zur Grundorganisation und sorgen dafür, dass Operationen überhaupt erst realisiert werden können. Mir ist klar, dass dies jetzt bei einigen Anstoß nehmen wird aber manche Dinge müssen klar ausgesprochen werden. Die Qualifikation zum Soldaten besteht nicht alleinig darin, wie viele Grenzsituationen und bzw oder wie viele Einsätze man abgerissen hat, sondern mit welcher Gewissenhaftigkeit man seinen Dienst ganzheitlich geleistet hat. Es gibt genug Einsatzsoldaten, die meinen, dass sie das Nonplusultra seien, weil se im Einsatz waren aber im Regeldienst es nicht einmal schaffen einen Trupp zu disziplinieren geschweige denn sich selbst kritisch zu reflektieren. Vielleicht sollte man sich selbst nicht immer so wichtig nehmen. Wie gesagt, ich spreche keinem seine Leistung im Einzelfall bzw evtl in relativer Häufigkeit ab, ich finde nur, dass man ein „Held“ anfangen sollte kleinere Brötchen zu backen.

  • Hallo

    Ich war SaZ in der LW und habe nicht an Kampfhandlungen teil genommen und ich würde mir auch nie anmaßen mich Veteran zu nennen. Ich kenne genug Kameraden die in Kampfhandlungen gewesen sind und habe den höchsten Respekt vor ihnen. Den Begriff so herab zu würdigen kann ich nicht im geringsten verstehen. Ich denke wir sollten in Deutschland den Dienst von die Männer und Frauen in Uniform die ihr Leben für andere Bürger und ihr Land aufs Spiel setzen um einem Maß würdigen wie es jedes andere Land macht und ich finde es beschämend dass es nicht gemacht wird und so eine Chance dafür vertan wird!

  • Meiner Meinung nach sind alle die für das Vaterland gedient haben Veteranen. Warum sollen nur die als Veteranen bezeichnet werden die im Auslandseinsatz waren? Was ist mit den Soldaten die von 1956 im „kalten Krieg“ in der Bundeswehr gedient haben? Warum sollen die ehemaligen Soldaten die gedient haben, anstatt Wehrdienstverweigerung, keine solche Ehrung erhalten. Okay wie das Abzeichen verliehen werden soll finde ich persönlich unterirdisch

  • Hallo Kamerad Daniel,
    Deine Aussage zum Veteranenabzeichen unterstütze ich im vollen Umfang. Ich selbst habe 12 Jahre in der Zeit von 1969 bis 1982 mit einer kleinen Unterbrechung, gedient. Danach war ich noch 30 Jahre als OrgLtr beim VdRBw.
    Im Grunde habe ich eine schöne Dienstzeit bei der Bw gehabt und brauchte das erlernte nie in die praxist umsetzen.
    Als Veteran fühle ich mich nicht und würde auch dieses Abzeichen nicht beantragen und tr Augen, dafür habe vor Kameraden viel zu viel Respekt.
    Mit kameradschaftlichen Grüßen, Glück ab.
    J.H.

  • Absolut Glück ab !!!

  • Recht hast du, Daniel. Ich war SAZ 12, wir hatten zwar die Einsatzleitung Pi und ABC für Somalia, wir waren aber nicht dort, nur bei uns im Stab und haben dort ,teilweise im Schichtdienst, unseren Dienst geleistet. Ich bin seit 1996 als Reservist in verschiedenen Verwendungen, jetzt seit 2008 in einem KVK tätig.
    Ich, wie meine Kameraden, sehen uns nicht als Veteranen. Wir sind deiner Meinung. Nicht jeder der seine Leistung in den Dienst des Staates gestellt hat, sollte sich als Veteran bezeichnen.
    Hoffentlich wird die Definition noch mal überarbeitet. Glück ab!!!

  • Ich bin der Meinung, dass alle, die an einem Einsatz teilgenommen haben, der als offiziell als Kampf- oder Kriegseisatz tituliert wird, Kriegsveteran genannt werden sollten. Dazu ist es aber auch notwendig, dass gefährliche Auslandseinsätze auch offiziell so tituliert werden. Der Rest soll einfach Veteran heißen.

    Oberfeldwebel d. R.

  • Ich glaube Kamerad, du hast den Gedanken dahinter wohl nicht verstanden. Andere Nationen haben auch ihre Veteranen, unabhängig von Einsätzen o.ä.
    Denkst du denn auch, Einsatz ist nur wenn es knallt? Schade schade. Der Veteranenbund hat einen Slogan, „treu gedient, Treue verdient“. Und jeder hat auf seine Art und Weise gedient.

    • Hallo Sebastian, danke für dein Feedback.

      Nein ich denke nicht das man nur im Einsatz war wenn es knallt, ich möchte lediglich dass sich nicht jeder Soldat Veteran nennen kann bzw darf. Der Slogan ist mir bekannt.

      Aber ich sage es mal so, mir ist klar das während des Einsatzes eine riesen Maschinerie im Hintergrund läuft von den Leuten im Lager bis hin zu den Kameraden in der Heimat.
      Aber mal ganz frech gesagt es geht um den Soldaten an der Front (wieder meine persönliche Meinung) keiner dankt dem Postboten des Hollywoodstars der gerade einen Oscar bekommen hat, keiner redet über Christian Ronaldos Friseur wenn er Fußballer des Jahres wird.

      Wie gesagt es geht hier um meine persönliche Meinung zu der Sache, wie die Bundeswehr die Sache mit ihren jetzt 10 Millionen Veteranen angeht, und die finde ich semi.

      Glück ab
      Daniel King

  • Ich stimme dir zu. Du bringst es etwas kantig und rau rüber, aber auch ich denke nur wer an Kampfhandlungen teilgenommen hat oder wenigstens im Krieseneinsatz war, sollte sich Veteran nennen dürfen, damit würde sich die Anzahl drastisch reduzieren.

    • Hallo Daniela und danke für das Feedback. Das liegt evtl daran dass ich aus m Ruhrpott komme, hier sagt man nix durch die Blume, und glaube mir ich habe schon hier und da nachjustiert.

      Gruss und Glück ab
      Daniel King

  • Ich stimme dem Autor voll zu.
    Das Thema ist hochkomplex und eigentlich nicht zu lösen. Vielleicht bewegen uns „Abzeichen“ und „Begriffe“ deswegen so sehr, weil das alles ist was wir erstreiten können?
    Respekt und Wertschätzung für Soldat*innen sind von unserer Gesellschaft leider nicht zu bekommen.

  • Ich war bei der Bundeswehr als noch kein Mensch daran dachte dass es einmal eine Einsatzarmee sein würde und ich habe auch nur den normalen Grundwehrdienst geleistet. Aber trotzdem habe ich die Uniform mit Stolz getragen,aber ich würde mir nie anmaßen mich als Veteran zu bezeichnen, für mich und für meine eigenen Definition ist ein Veteran ein Soldat der im Einsatz gedient hat, deshalb möchte ich mich der Meinung des Kameraden King anschließen.

  • Was willst du denn Du bist nicht der einzige der das erlebt und gatan hat. Willst noch eine Lobigung? Du hast unterschrieben und dein Geld bekommen. Sollte das nicht reichen dann mußt du ein Rockstar werden. Soldat sein macht man nicht für die Anerkennung von andern sondern seiner Kameraden und das schafft man auch ohne Abzeichen. Was soll es bringen? Meinst du die Frauen finden dann deine Geschichten interessanter? Oder einer gibt dir ein Bier aus?
    Ich kann das alles nicht verstehen. Ihr wollt euch schmücken und prachtvolle Federn tragen. Ob zurecht oder nicht.
    Meine Kameraden, meine Erinnerungen und meine Träume sind meine Abzeichen. Das Wissen um die Leistung. Denn keiner der es nicht erlebt hat, kann es verstehen und wird es auch nicht. Also vergiss es einfach. Sei stolz auf dich selbst deine Kameraden und deine Taten. Denn nur Ihr werdet es verstehen. Sonst keiner! Glück ab!

  • Ich habe mehr als 35 Jahre als Soldat in der Luftwaffe gedient. Ich habe in dieser Zeit 2 grundverschiedene Verwendungen durchlaufen und war die letzten fast 18 Jahre Kompaniefeldwebel mit diversen Umstrukturierungen in 6! verschiedenen Einheiten. Ich habe einige meiner Soldaten in den Einsatz verabschiedet und – zum Glück- unbeschadet wieder in Empfang genommen.
    Ich habe aller größte Hochachtung für alle Kammeraden und Kameradinnen, die – freiwillig oder nicht – im Einsatz für unser Land waren. Alle anderen Soldaten, die auf Grund ihrer Verwendung nur äußerst selten in einen Einsatz abberufen werden, oder sich freiwillig melden können hier zu Soldaten / Kammeraden 2. Klasse zu diffamieren halte ich für eine ungeheuerliche Hochnäsigkeit. Bei allem gebührenden Respekt für die durchstandenen Erlebnisse. Nicht jeder Soldat/in der Bw gehört zu den Kampftruppen oder wird Scharfschütze oder ist sofort in diesen Bereichen einsetzbar. Daher sind einige Bereiche/Verwendungen sehr häufig von Einsätzen betroffen. Wenn man den Begriff „Veteran“ nur für diejenigen beansprucht, die im Einsatz waren, spaltet man die Bw in eine Art „uniformierte Sesselfurzer“ und „Einsatzhelden“. Allen die nicht im Einsatz waren das Recht abzusprechen sich „Veteran“ zu nennen empfinde ich als arrogant. DIENEN HEIST SICH SELBST ZURÜCK ZU NEHMEN !
    Die Art der Darreichung an den Soldaten/Soldatin entspricht leider der grottenschlechten Form, die in den letzten Jahren in vielen Bereichnen der Bw Einzug gehalten hat.

    • Guten Abend Michael, danke für dein Feedback, nö ich möchte mich nicht als Rockstar feiern oder sonst was, ich bin nur nicht damit einverstanden das auf einen Schlag 10 Millionen dieses Abzeichen beantragen können nur weil sie gedient haben, für mich persönlich steht hinter dem Begriff Veteran ein Mensch der Sachen erlebt die nicht jeder Soldat erlebt hat oder erleben kann. Ist auch ganz alleine meine persönliche Meinung und mir war klar dass als ich das oaky zu diesem Bericht gegeben habe es auch Gegenwind geben wird aber das ist mir egal, ich stehe zu meiner Meinung.

      Schönen abend noch
      Glück ab

  • Sehr geehrter Herr King,
    zunächst möchte ich Ihnen meinen größtmöglichen Respekt für Ihre Leistungen aussprechen.
    Ich kann Ihre Empörung verstehen, und möchte vorausschicken, dass absolut niemand der klaren Verstandes ist, Ihre Leistungen herabsetzen, oder seine Gefährlichkeit mit einem Bürosachbearbeiter gleichsetzen würde.
    Dennoch möchte ich Eines zu bedenken geben:
    Die Bundeswehr ist ein Jagdpfeil, gespannt wartend auf einem Bogen, den der Schütze Bundesrepublik auf sein Ziel richtet.
    Wenn man einen Jagdpfeil betrachtet, so nimmt man Ihn am Schaft und bestaunt immer zuerst die eindrucksvolle Stahlspitze. Niemand denkt daran, dass diese Spitze ohne perfekt angepassten Schaft und makellosem Gefieder, so gut der Bogen und der Schütze auch sein mag, je ein Ziel treffen würde.
    Sie sind die Stahlspitze, alle anderen gehören zum Rest des Pfeiles und dem Bogen der weit weg liegt. Dennoch gehört alles zusammen.

  • Hallo allerseits,
    ich selbst war von 2007 bis 15 als Stabsunteroffizier in der Technik Flugbetrieb tätig und 2010, 2012, 2013 und 2014 insgesamt 391 Tage im ISAF Einsatz. Ich finde eine Auszeichnung für Soldaten welche ihren Dienst getan haben sehr sinnvoll. Einsatz hin oder her. Nicht jeder Dienstposten wird in den Einsätzen auch benötigt, sollte jedoch auch gewürdigt werden, aber für mich ist ein Veteran ein Soldat welcher mehr als nur seinen täglichen Dienst getätigt hat.
    Ich werde es beantragen, denn wenn man für uns schon mal was macht, dann sollte man es auch nutzen. Ich hoffe aber, dass es nicht einfach im Briefkasten landet, sondern mit etwas würde verliehen wird. Man könnte ja daraus einen Tag im Jahr machen, um es zu verleihen, wie zB den Tag der Bundeswehr und dann den Tag der Veteranen.

    MKG
    SU d.R.

  • Hallo Daniel,

    Bin jetzt seit über 12 Jahren Soldat, habe mich freiwillig für Auslandseinsätze gemeldet, wurde aber aufgrund meiner ATNs, die ich im Laufe der Jahre erworben haben, da es sie zu oft gibt, nie zum Einsatz heran gezogen!

    Ich teile deine persönliche Meinung in sofern, das ein GWDL/FWDL, von mir aus auch bis SaZ 4, den Status des Veteranen nicht verdient haben! ABER:Gänzlich zu sagen, das ein Soldat, der nie im Einsatz war, den Status des Veteranen nicht tragen darf, finde ich von Grund auf Falsch!

    Die Regierung hat einen gewaltigen Fehler gemacht: Sie hätte einfach zwischen dem Veteran und den Einsatz veteran unterscheiden müssen! Denn ich persönlich zähle mich als mittlerweile SaZ 12 + gem. Den niedergeschriebenen Regularien zum Veteran, WENN ich dann die Bundeswehr verlassen habe, nicht als aktiver Soldat!

    Es sollte klar geregelt sein, das man als Soldat nach Jahr X beim Verlassen der BW den Status Veteran anerkannt bekommt, genauso wie Kameraden, die im Einsatz waren, den Status des Einsatz Veteranen bekommen!

    MKG
    Mario

    • Hallo Daniel, dein Kommentar habe ich mit großen Interesse gelesen, da mich der Umgang und die fehlende Anerkennung der Leute aus dem Auslandeinsätzen persönlich sehr interessiert. Ich habe selber als SAZ 4 mit 2 Auslandeinsätzen in Kabul und Kosovo gedient. Fühle mich also von dir angesprochen. Gott sei Dank hatten meine Kameraden und ich für die Zeit eine „verkraftbare“ Gefahrenlage. Angriffe mit Granatwerfern und Hinterhalte gehörten mit dazu. Auch wenn ich als Fernmelder ( von euch liebevoll Drinni genannt) meine Dienste größtenteils im Lager verrichten musste, habe ich mit größter Anstrengung alles getan, meinen Beitrag zu leisten. Das Abzeichen der Veteranen ist ein kleiner Wermutstropfen für das, was wir erleben durften. Hier schließe ich mich den Vorkommentaren an und bin für eine Unterscheidung der gedienten Soldaten und der Einsatzgetätigten Soldaten durch unterschiedlichen Abzeichen. Jedoch finde ich es äußerst schwer weitere Grenzen zu ziehen.

      Jeder hat sein Kästchen mit eingravierten Namen und unterschiedlichen Medaillen bekommen. Würde also für seine Taten und Dienste gewürdigt. Allerdings habe ich meine Ausgehuniform abgegeben, wann soll ich die Abzeichen jemals wieder tragen? Meiner Meinung nach brauchen wir einen Veteranentag! An einen Tag wo man die verliehenen Medaillen mit Stolz tragen kann, bevor man die Medaillen seinen Kindern vererbt. Semper Parati

  • „Für mich steht der Begriff Veteran, für Krieg, Gefechte und Angst und nicht für den normalen Dienst an der Waffe.“
    Das kann man so sehen. Sofern Sie Feindberührung hatten oder auch nur passiv an Gefechten teilgenommen haben, bekommen Sie Ihr Lametta auch dafür. Das hat aber nix mit dem Status Veteran zu tun. Das Stück Blech (als Sticker in Größe einer 5 Cent-Münze) bekommt jeder, der in der Bw gedient hat. Isso per Gesetz festgelegt. Und nur für den zivilen Zwirn. Wenn Sie das nicht kapieren – Ihr Problem. Einfach mal sacken lassen und nachdenken.
    Hans Schommer
    Oberstleutnant a.D.

    • Guten Abend Herr Schommer, danke für Ihr Feedback, anscheinend kapieren sie hier etwas nicht. Ich bin mir bewusst worum es geht und auch wer es kriegt und auch warum, und genau dass ist der Grund weshalb ich diesen offenen Brief geschrieben habe.
      Gesetz hin oder her. Ich finde es falsch und das ist ganz alleine meine persönliche Meinung.

      Glück ab

      • Es ist belanglos, wie dein Empfinden ist, Veteran ist Veteran und für denjenigen, die im Einsatz die Flinte in die Hand nehmen wurden oder durften oder dürfen sich – neben dem ganzen Lametta – auch Einsatzveteranen nennen.

        Es geht hier nicht um eine Abstufung von Soldaten wie du, sondern um Würdigung aller Kameraden, die einen Teil ihres Lebens für Volk und Nation tauschen.

  • Hallo Daniel
    Deine Meinung und Stimmung kann ich nachvollziehen und verstehen.
    Aber ich als Berufssoldat im 24 Dienstjahr mit sehr vielen Einsatztagen denke das die Definition Veteran eigentlich alles aussagt:
    Veteran (von lateinisch veteranus „altgedienter Soldat“) ist eine Bezeichnung für einen altgedienten Soldaten.

    Geht es um Einsätze Kriegshandlungen trifft die Definition nicht mehr zu!

    Die Anerkennung für den Einsatz und eventuelle Situationen werden durch die einzelnen medialen gewürdigt.

    Ich bin bei Dir das die Bundeswehr es sich einfach macht und alles über einen Kamm schert. Aber es ist ein sensibles Thema und steckt in den Anfängen der Bundeswehr diese Kultur vorallem zu akzeptieren.
    Dafür ist jetzt der erste Schritt gemacht.
    Es sollten mit Sicherheit weitere Folgen aber ich denke das erst ein Blickwinkel dafür in der Bevölkerung geschaffen werden muss um diese nicht zu überfordern und genau das Gegenteil nämlich Ablehnung für unseren Beruf und auch für unserer Erlebnisse zu erreichen.
    Ich denke du stimmst mir zu das dass was wir dort erleben hier in der Heimat nur schwer zu vermitteln ist und auch die Menschheit hier überfordert.
    In meinem Umfeld zumindest sind die Menschen incl Kameraden überfordert wenn ich nur einen Bruchteil von dem erzähle was dort passiert und was es mit dem Menschen hinter der Uniform macht.
    Die meisten wollen es gar nicht wissen weil sie damit nicht umgehen können.
    Wie auch sie sind hier im Frieden mit allem was sie brauchen und Problemen die in unseren Augen keine sind!
    Deshalb denke ich ist es ein erster guter Schritt einen Soldaten der ehrenhaft seinen Dienst geleistet hat als Veteran zu würdigen.
    Natürlich sollten weitere Schritte nach und nach folgen um allen gerecht zu werden!

    MkG

    Detlef Förster

  • Was ist mit den Kameraden in den Einsatzzentralen, die von Deutschland aus die Einsätze koordinieren und leiten?

  • Mit der Veteranenmedaille verhält es sich ähnlich wie mit der der Ehrenmedaille. Ich kann mich an Verleihungen erinnern, die mit „Ehre“ nichts zu tun hatten. Kriterien waren hinter vorgehaltener Hand „der kanns gebrauchen, der will ja BS werden, gibt ja Punkte dafür“. Die Teile waren somit das Blech nicht mehr Wert, auf dem sie geprägt wurden.

  • Wir waren verdammt als Regiment für Auslandseinsetze…viele Erfahrene Somalia-UN“Kämpfer“ und wir die Bosnien-UN“Kämpfer“…wir wollten nicht freiwillig hin…aber wenn die ganze Kompanie hingeht gehst du auch hin…wir hatten nur 4 Monate Satndzeit in Heimatland…wir wollten nicht mehr hin…das Geld war für uns nicht wichtig…die Familie hat großen Preis dafür bezahlt…wir nur unserr Pflicht getan…was sind wir jetzt?…Veteranen ohne Anerkennung…die Landeshauptstadt München hat viele ehemalige Soldaten eingestellt. Aber das ist große Ausnahme deutschlandweit.

  • Bin genau der Meinung.
    Gefecht etc ist ein Veteran.

    Ich würde keinen Veteranen Status kriegen. Stört mich sich nicjt ich habe mich ja für meinen weg als Instler entschieden.

    Ich stehe hinter deiner Meinung.

  • Ich glaube nach 20 Jahren als SaZ und sieben Auslandseinsätzen ist das Problem nicht nur die Politik, sondern der Umgang der Truppe mit seinen aktiven und ausgeschiedenen Soldaten. Das mag natürlich mit der Mischung von Saz und BS sowie der diversen Pflicht- und Freiwilligen Wehrdienstleistenden zusammen hängen, nicht zu vergessen die nicht militärischen Bundeswehrangehörigen. Ich bin 1993 eingezogen worden und nach der Versetzung in die Stammeinheit nach Lebach war „meine“ Kp gerade aus dem Einsatz in Somalia zurück gekommen… erste Erfahrungen mit Tod und Verwundung, Entbehrungen, Trennungen, klimatischen Herausforderungen… und eine komplett neue Ausrichtung. Enorme Anforderungen an Personal und Material, alle im Lernmodus. Nicht alle sind diesen Anforderungen gewachsen, weder das Personal noch das Material… im übrigen ist das auch heute noch so. Aber eins haben meine damaligen Vorgesetzten erkannt: Kameradschaft zu Leben! Dienstaufsicht war noch unmittelbar, permanent und nicht übertragbar! Der „Alte“ kannte seine Jungs und Mädels, verlangte viel, aber nichts unmögliches. Der Kommandeur war zu Kp Feiern anwesend, das Geschehen an diesen Abenden blieb in den Räumlichkeiten, Dienstgruppen übergreifend, dass war ein ungeschriebenes Gesetz! Zum Glück gab es keine Smartphones, kein FB in den gleich alles getickert wird. Gesund und heil zurück kommen, das war das oberste Ziel. In dieser Zeit hatte die Bundeswehr eine Truppenstärke von über 500.000. Die Einsatzfrequenz nahm dann langsam Fahrt auf, mein erster Einsatz führte mich 1995/1996 nach Sarajevo. Hier war vor allem Improvisation gefragt, ein HFw war noch ein gestandener Zugführer und man durfte sich noch getrost auf die Amtsautorität verlassen… ein HG war zu dieser Zeit ein erfahrener Mannschaftssoldat, die wenigen SG fast schon Götter! Bis heute feier und ehre ich die Kameraden, meine Freunde der LLSanKp260! Unsere FB Gruppe zählt mehr als 400 ehemalige und aktive Soldaten, gemeinsame Treffen und Veranstaltungen werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt. …das ist mein Veteranen Dasein!
    Die anderen sechs Einsätze im Kosovo und Afghanistan (Kunduz, Kabul, 3x MeS) habe ich quasi als Fachkraft auf Montage erlebt. Das lag in der Regel an der Führung meiner dann folgenden Verbände, die Kollegen haben die eigene Abwesenheit z.T. gar nicht bemerkt bzw. mit Urlaub gleichgesetzt. Kein Ritual beim Abflug, kein Interesse wärend der Abwesenheit und auch keine Anteilnahme bei der Rückkehr… die Kameradschaft im Einsatz war meist positiv, auch hier bestehen Freundschaften Nationen- und Verbandübergreifend.
    Mittlerweile ist die Truppenstärke bei Rund 180.000, die Vorgesetzten werden schon lange nicht mehr nach der Leistungsfähigkeit Ihrer Verbände beurteilt und gefördert, jedoch ist der Wasserkopf beständig gestiegen. Da gibt es mittlerweile zu viele kreative Köpfe, die sich den Kopf über Traditionserlasse, Kasernen Umbenennungen und viel Schönrederei zerbrechen. Nicht zu beneiden. Wo sind die Verbände die sich in der Öffentlichkeit zeigen (dürfen)? Und das vielleicht auch in Uniform? Wenn ich die Bundeswehr nun als Zivilist von außen Wahrnehme, dann oft leider mit Skandalen (ich weiß um die unverhältnismäßig Berichterstattung) oder mit nachwuchsmangelnde Werbeaktionen. Ich wünsche mir mehr Aktionen von Euch aktiven Soldaten,
    1. Feiert Euch selbst
    2. Präsenz und Konsum am Standort
    3. Unterstützt örtliche Vereine
    4. Zeigt was Ihr könnt
    5. Zeigt was Ihr geleistet habt
    6. Zeigt was Ihr noch erreichen wollt
    Vertrauen ist die Basis für gegenseitige Anerkennung, dazu muss man was von sich Preis geben und erst einmal investieren. Gefühle beschreiben das erlebte im Einsatz gut, öffentliche Lesungen von Einsatzerfahrungen, ohne Zensur und unabhängig vom Rang als fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit.
    Viele sehen aber heutzutage den Soldatenberuf wie jeden anderen auch, nach der Arbeit ab nach Hause, natürlich dürfen/sollen/wollen Sie die Kaserne nicht in Uniform verlassen…
    Zurück zum eigentlichen Anlass des Artikel: Es geht um Anerkennung und Würdigung geleisteter Dienste am Staat auch (weit) über die aktive Dienstzeit hinaus. Kleiner Schritt in die Richtige Richtung wäre, dass wir die Aktiven und Sie sich selbst ins rechte Licht stellen! Ich ziehe meinen Hut vor Euch, danke für Euren Einsatz! Danke an Eure Familien, die immer hinter Euch stehen und sich freuen Euch unbeschadet wieder zu Hause begrüßen zu können. Einen besonderen Dank an alle verwundeten, getöteten und gestorbenen Kameraden für Euren Einsatz, für unsere Sicherheit, für unseren Wohlstand und für über 70 Jahre Frieden auf deutschem Boden. Ein ehemaliger Saz, vielleicht auch Veteran. VIEL SOLDATENGLÜCK und Glück ab 🙂

  • Als Soldat wirst du, wie wir alle anderen auch, doch bestimmt gelernt haben, wie sich das mit Befehl und Gehorsam verhält. Nun ist die neue Bundeswehr-Definition des Begriffs „Veteran“ zwar kein Befehl im eigentlichen Sinne, aber zumindest sollte dir das Konzept nicht unbekannt sein, dass ein bestimmter Sachverhalt in einer Vorschrift geregelt ist und du dich daran zu halten hast. In diesem Fall geht es eben um die Definition eines Begriffs, den jeder Staat recht ähnlich handhabt. Für den deutschen Staat gilt nun eine Definition X, aber aus mir unerfindlichen Gründen scheinst du zu glauben, die Definitionshoheit läge bei dir selbst. Seltsam ist das.

    Ich will dir also an dieser Stelle nur einen Rat mitgeben: Deine Funktion als Scharfschütze und deine Teilnahme an Kampfhandlungen bedeutet nicht, dass du die Weisheit mit Löffeln gegessen hast. Für deine Einsatztage hast du die Einsatzmedaille. Für deine Teilnahme am Gefecht hast du die Gefechtsmedaille. Lass den „Normalos“, die einfach „nur“ gedient haben, ihr eigenes Abzeichen und zerbrich dir nicht den Kopf darüber, ob dir der gewählte Begriff nun passt, oder nicht.

    Unsere neue Definition des Begriffs orientiert sich übrigens stark an den Armeen der USA, UK usw. Aber natürlich profitieren wir alle davon, wenn unsere hochdekorierten EINSATZveteranen dieses Thema highjacken und die Deutungshoheit für sich beanspruchen.

  • Verehrter Kamerad,
    prinzipiell bin ich der gleichen Meinung. Ich glaube aber, daß das Vetranenabzeichen einfach ein alle Kameradinnen und Kameraden der BW verbindendes optisches Emblem sein soll. Da es eh nicht an der Uniform, sondern nur an zivilen Kleidungsstücken getragen werden darf, findet hier schon eine richtige Differnzierung statt. Nach Wegfall der Wehrpflicht (leider) schränken sich schon die Aspiranten ein. Ich habe 30 Jahre der Demokratie gedient(meist als Infanterist), davon 7 Jahre im sog „kalten Krieg“. Es war mir nicht vergönnt in Auslandseinsätze zu gehen.Irgendwie empfinde ich mich als Veteran des „kalten Krieges“. Ein optisches Erkennungszeichen werde ich dankbar annehmen. Wir sollten es nicht verkomplizieren. Diejenigen welche im Einsatz so einiges mitgemacht haben, werden ja verdienter Weise durch die Einsatzmedallien geehrt. Und die dürfen (sollen) an der Uniform getragen werden. Ein toller positiver Nebeneffekt ist die Diskussion über den Vetranenbegriff der ein Umdenken in der Politik darstellt, in den 80ern wäre dies unmöglich gewesen. Horrido, der „alte“ OStFw a.D.

  • Ich habe als W12 leider überhaupt keine Abzeichen/Auszeichnungen erringen können. Ja, peinlich, ich weiß.
    Von daher finde ich das aber ganz witzig, besser als gar keine Anerkennung. Ich freu mich darüber, auch, wenn ich nicht damit herumlaufen werde.
    Eine andere, weniger streitbare Bezeichnung als „Veteranenabzeichen“ wäre aber geschickter gewesen.

  • Moin Moin, erstmal virtuellen Hut ab vor ihren Carrochas! Ihre offenen Worte gefallen mir. Sie regen zur Diskussion an. Als Zivilist,ohne Neigung zu Krieg und Militär, fällt mir bei dem Thema etwas auf.

    Das Thema Krieg und Einsätze, wird viel zu wenig in der Öffentlichkeit thematisiert, denke mit ihrem Beitrag haben Sie einen Anstoß gegeben. Ich werde das Thema auf alle Fälle näher betrachten.

    Diese Übersendung per Post, find ich wirklich absolut entwürdigend. Aber ich sehe da auch eine Taktik hinter. Wenn ich 10 Mio. Veteranen ein Abzeichen zur Verfügung stelle, anstatt den Menschen die im Auslandseinsatz waren, muss man sich nicht in der Öffentlichkeit damit auseinandersetzen. Sprich, die Menschen die im Auslandseinsatz waren gehen in den 10 Mio. unter. Das ist wie mit einem Gin Tonic. Je mehr Tonic ich dazukippe, desto weniger schmecke ich den Gin.

    Man muss die Bundeswehr nicht mögen, aber der Umgang damit von Seiten des Ministeriums, ist unter aller sau!

    friedliche Grüße
    Muchacho

  • Was genau wäre dann der Unterschied zwischen der Einsatzmedaille Gefecht (die es ja bereits gibt) und der Veteranenmedaille, die du kritisierst? Geht es hier tatsächlich nur um die Begrifflichkeit? Du möchtest also eine Veteranenmedaille für etwas, wofür du bereits die Einsatzmedaille Gefecht erhalten hast?
    Übrigens ist bei den Engländern und Amerikanern auch jeder Soldat Veteran, egal ob mit oder ohne Gefechtshandlung.
    Natürlich müssen Auslandseinsätze (insbesondere Gefechtshandlungen) besonders gewürdigt werden aber das werden Sie doch bereits durch die Einsatzmedaille Gefecht.
    Wo genau liegt das Problem?

  • Hallo Kameraden,Veteranen, „Drinnies und Draussies“….Abzeichen, Patches, Feierliche Übergabe ….all das sehnen sich unsere Soldaten heute herbei und bepflastern ihre Uniform damit. Getreu dem Motto:“ seht her, was ich schon alles geleistet habe“…. den Krieger welcher „alles erlebt hat“ erkennt man daran, dass er sich verschwiegen gibt, der sich lieber mit denen umgibt, die auch dort an seiner Seite standen. Ein Polizist der seine Dienstwaffe nutzt,bekommt auch kein Abzeichen…ein Berufsfeuerwehrmann rettet nahezu täglich Leben und trägt nach seiner Schicht auch sicher kein Abzeichen woran dies zu erkennen ist.
    Der Eid der sie bindet…..Wir machen diesen Beruf nicht für Abzeichen….ein Veteranentag, das wäre doch eher etwas…dann trifft man die wieder die mit einem Kämpften…und die Zivilisten die das eine nicht verstehen, werden auch ein Abzeichen eher als Anlass nehmen dich zu verurteilen, als dir ein Bier auszugeben.

    Primat der Politik.

    Alles Gute für alle Uniformträger da draußen, aktive und ehemalige.
    Gruß

    Daniel (FschJg und seit 20J Soldat)

  • Das Veteranenabzeichen ist dem der Dankurkunde bei Ausscheiden aus dem Dienst gleichgestellt (finde ich). Für Einsätze gibt es eh die Einsatzmedaillen, für Gefechtshandlungen die „Einsatzmedaille Gefecht“. Für besonderen Mut im Einsatz gibt es das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit.
    Das Veteranenabzeichen kann eigentlich jedem, der aus dem aktiven Dienst ausscheidet, automatisch verliehen werden. Ich sehe das etwas anders, als der Kamerad hier schildert…..

  • What you really want is something akin to the „combat patch“ or DUI-FWS that the American army has. Something that only soldiers deployed to a combat zone earn.

  • Da stimme ich dir nicht zu!

    Auszug:
    „Ja! das stimmt. Auch ich besitze die Ehrenmedaille, Einsatzmedaille und die Einsatzmedaille Gefecht, jedoch sollte die Grundlage für die Bezeichnung „Veteran“ und somit des Veteranenabzeichens sein, dass man im Auslandseinsatz der Bundeswehr war und meiner Meinung nach, auch an Kampfhandlungen teilgenommen hat. “

    Das sehe ich etwas anders, ein Veteran ist aus meiner Sicht, wer für die Bundesrepublik im Auslandseinsatz (Friedensmissionen) gedient hat. Was wäre die Kampftruppe ohne Logistik, Sanität, Feldlagerbetrieb und ganz besonders Airmedevac/Forward Airmedevac…. auch das sind für mich die Veteranen, denn ohne diese gibt es keine Kampfhandlungen!
    Es sollte entweder unterschieden werden Einsatzveteran/Veteran oder nur Einsatzsoldaten erhalten den Veteranenstatus.

    Meine Einsätze:
    Bosnien 2000/2001
    Kosovo 2003
    Afghanistan 2013
    Afghanistan 2014

  • Hallo daniel
    Ich sehe das etwas anders
    Wie andere hier schon sagten gibt es für einsätze extra abzeichen
    Was ich oft bemängeln tue ist die wertschätzung der kamaraden die in der heimat bleiben denn ohne die wären die soldaten im einsatz auch aufgeschmissen
    Ich meine damit ohne die kamaraden zuhause gäbe es auch keinen nachschub und auch die lieben worte aus der truppe zuhause haben mir immer sehr gut getan
    Man sollte einfach mal dran denken das man jeden teil braucht um den auftrag zu erledigen

  • Moin lieber Heereskamerad,

    als einsatzerfahrener Marinesoldat (UNIFIL 2007; ATALANTA 2010&2011) stimme ich Dir zu, dass eine öffentliche Würdigung in der Gesellschaft wertvoll ist. Daher ist die Postzustellung eine nur „zweitbeste“ Lösung. Warum nicht einem Bewerber für die Auszeichnung eine Einladung zur Verleihung im Rahmen der nächsten Vereidigung seines ehemaligen oder Wunsch-Truppenteils zukommen lassen?
    Das wäre auch eine lebendige Traditionsstiftung für die am gleichen Tag vereidigten Rekruten. Und es wäre öffentlich.

    Eine Einschränkung der Vergabe allerdings (Nur Auslandseinsatz oder nur Kampf) halte ich für ungeeignet. Wir wollen ja auch nicht, dass ein möglicherweise von PTBS betroffener Soldat beweisen muss, dass er sein Trauma im Kampf erlitten hat. Im Zweifel für den Angeklagten: Wer sich drauf bewirbt, wird seine Gründe haben. Vertrauen wir darauf! Wir sind schließlich Kameraden!

  • Hallo. Ich heiße Falk und habe auch gedient. Nach meiner Grundausbildung habe ich sofort und freiwillig den Fwdl – Antrag abgegeben und bin so von Nov.99 bis April 2000 im Kosovo gewesen. Seit fast 20 Jahren bin ich nun raus, weil es keine „Verwendung“ für mich gab. Ich habe während meiner Dienstzeit sehr viel gelernt. Heute komme ich ab und zu noch mit der Bw in Berührung. Und ich vermisse es einwenig. ICH BEZEICHNE MICH NICHT ALS VETERAN! Ich habe meinen Dienst freiwillig und gern verrichtet. Ich ziehe meinen Hut vor den Kameradinnen und Kameraden, die derzeit ihren Dienst ,ob Auslandseinsatz oder zu Hause, verrichten.

    Aber: Ich finde die Anerkennung und Ehrung sollte nicht mit einer Medaille stattfinden. Diese muss produziert werden und kostet somit viel Geld. Dieses Geld könnte man sinnvoller einsetzen. z.B. bei den Angehörigen gefallener Kameraden die einen sehr großen Verlust verarbeiten und ihr Leben auf die neue Situationen umstellen mußten, weil eben der Papa, die Mama oder der/die Partner/ Partnerin nicht mehr da sind.

    DIES IST MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG!

  • Ich verstehe den Frust dahinter und der Anonyme Verwaltungsakt dahinter macht es nicht besser.

    Ich persönlich halte es da ähnlich den englischen und anderen Kameraden: wer einmal dem Staat gegenüber einen Blankoscheck ausgestellt hat über den Betrag: „bis zu und inklusive dem eigenen Leben“, zählt als Veteran.
    Ob die Streitkräfte dieses Angebot wahrgenommen haben ist eine andere Frage.
    Als GWDler hat man zwar mal Uniform getragen, über die grundgesetzliche Pflicht hinaus hat‘s ja scheinbar nicht gereicht, also fallen die raus und daher der Charakter der freiwilligen Verpflichtung als Kriterium. Für weiteres kommen dann tatsächlich die Einsatzmedaillen dazu.

    Der Postversand stört mich aber auch. Denn damit verschwinden wir einfach als Ex-Soldaten im Register. Wenn, dann gehört eine Verleihung dazu, idealerweise öffentlich. Ob dann im Rahmen eines Gelöbnisses oder beim nächsten Dorf/Stadtfest durch den Bürgermeister oder Landrat. Die Öffentlichkeit darf schon mal wahrnehmen das Mann/Frau für einen den Kopf hingehalten hat.
    Aber da verlange ich von der Öffentlichkeit wahrscheinlich mal wieder zu viel…

  • Ich möchte nur sagen, dass ich selbst als ehemaliger SaZ 12 (1987 – 1998) mir diese Auszeichnung nicht beantragen würde, da ich mich nicht als Veteran fühle. Ich bin ein Ehemaliger, nicht mehr und nicht weniger, Reservist, mittlerweile HFw d.R., aber keinesfalls ein Veteran.

    Veteranen waren im Krieg (auch wenn es offiziell keine sind) und ist aus diesem Versehrt oder mit Glück Gesund nach Hause gekommen.

    Ich als Ehemaliger bzw. Reservist, hatte nur Friedensdienst und das Glück, keinen wirklichen Kampf gekämpft zu haben, außer gegen die Umwelt im Manöver, gengen den Spieß oder den Chef bzw. Kommandeut. Deshalb bin ich aber noch lange kein Verteran.

    Und die Politik, bzw. die Verantwortlichen, die wären insgeheim Froh, wenn sich die Soldaten nach dem Einsatz einfach inLuft auflösen und bloß keine Fragen nach dem Warum oder Wiesodes Einsatzes stellen, da diese mittlerweile selbst keine Antwort daruf haben und nur aus Gewohnheit daran festhalten.

    Gruß, Manfred Saar

  • In den USA gibt es ein einfaches System: Jeder Soldat ist ein Veteran (aber eher im Sinne „hat gedient), aber nur wer im Feuergefecht war, egal ob er sich eine Auszeichnung verdient hat oder nicht, bekommt das sog. CIB (Combat Infantryman Badge, das was hier als Veteranenabzeichen verstanden/gewünscht wird) . Das empfinde ich als eine gute Lösung. Die aktuelle Lösung ist eine Floskel. und ich kann verstehen, dass Soldaten, die im Feuergefecht waren, diesen „equalizer“ nicht gut finden.

  • Genau das niemand Danke sagt und auch die Aktiven nicht wahrgenommen werden, dass ist das Problem. Eine Diskussion, wer Veteran ist und wer nicht, entspricht der deutschen Denke. Selbst wenn es nur die wären, die in Kampfhandlungen verwickelt waren, die sich Veteranen nennen oder als solche ausgezeichnet werden, ist es belanglos, wenn es die Bevölkerung weder wahrnimmt, respektiert oder einem auf andere Art und Weise hierfür dank oder bevorzugte Behandlung in bestimmten Belangen zukommt.
    Wir Deutschen müssen erstmal lernen zu verstehen, was es heißt in einem Einsatz gewesen zu sein. Heldentum und dergleichen werden in vielen Ländern auf unterschiedliche Weise gewürdigt. Veteranen oder ehemalig Gediente sind trotzdem alle und werden hierfür gewürdigt und erhalten teilweise bevorzugte Behandlung, wie Senioren oder Kinder.

    Hauptfeldwebel der Reserve

  • Bin ich ein Veteran?
    Was ist den ein Veteran?
    Wikipedia sagt :

    Veteran (von lateinisch veteranus „altgedienter Soldat“) ist eine Bezeichnung für einen altgedienten Soldaten. Bei ehemaligen Kriegsteilnehmern wird auch von Kriegsveteranen gesprochen. In Deutschland gilt jeder Soldat, der aktiven Dienst in der Bundeswehr leistet oder ehrenhaft daraus ausgeschieden ist, als Veteran.

    Ich war von 1990 bis 91 GWD Leistender in der LLFMKP 9 AMF in Bruchsal. Als HG der Reserve durfte ich heim. Ich wurde übrigens schon nach 9 Monaten HG. Auf meinem Abgängerhemd, das heute noch im Schrank hängt, steht auch ein Satz : Deutschland wir sind quitt. Ich hatte meine Pflicht erfüllt. Ich hatte gelernt Feldfernsprecher und den T 100 zu reparieren. Ich konnte Unimog fahren und Stromaggregate reparieren. Auch G3, Uzi und die P8 zu schiessen. Also hätte ich meinen Auftrag als Soldat erfüllen können. Ich war auf Durchschlageübung Wilder Keiler im Pfälzer Wald, in Dänemark 3 Wochen, da wurden wir fürchterlich von der Britischen SAS verdroschen und
    im Iran zur Kurdenhilfe in Keramansah.
    Als ich HG wurde erzählte mir mein Opa, er war SG bei der Wehrmacht. Er war von 1939 bis 1945 von Norwegen über Frankreich und zum Ende in Russland als MG Schütze im Einsatz. Das war alles was er mir je über sein
    Soldatensein erzählte. Aber er war stolz, das ich HG war.
    Nein ich habe nicht getötet als Soldat. Aber ich habe sehr hilfsbedürftige Menschen im Iran getroffen. Nein es war nicht einfach wegzustecken. Und nein, mir hat die Bundeswehr dafür kein Abzeichen gegeben. Und nen Scheiss darum gefragt und gekümmert wie fertig mich das Leid der Kinder im Flüchtlingslager gemacht hat.
    Wie ich über mein erlebtes hinweg komme. Übrigens…meinen Opa auch nicht.

    Fühle ich mich als Veteran? Bin ich stolz darauf? Ich habe einfach meine Pflicht getan. Egal wo und egal warum.
    Es war halt so. Und ich würde es wieder tun. Denn es war meine Pflicht zu diesem Zeitpunkt mit dieser
    Aufgabe meinem Land zu dienen.
    Deshalb finde ich es gut, das diese Land sich mit der uns allen hoffentlich klaren und bekannten Vergangenheit endlich mal wieder durchringt Soldaten anzuerkennen! Und genau deswegen hoffe ich das jeder der jemals gedient hat, sich dieses Abzeichen einfordert. Denn er hat sich in den Dienst des Vaterlandes begeben und
    seine Pflicht und Schuldigkeit getan. Egal wie lange, in welchem Rang und wo.

    Dazu braucht es auch kein Glück ab, kein Semper fidelis und auch kein Gott mit uns.
    Aber ein Herz am richtigen Fleck und den mir bekannten Kameradschaftsgeist.

    Eberhard Kopf
    HG d. Res.
    LLFMKP 9

  • Das ist wieder Typisch, nur weil jemand im Ausland seinen Dienst gemacht meint er wer besseres zu sein… Sorry mich macht das etwas Sauer, da ich mich freiwillig gemeldet hatte für ein Einsatz wurde aber abgelenht! Warum? Um den Dienst-Betrieb in meiner Einheit aufrecht zu erhalten!

    Ja ich war nicht im Einsatz und dennoch habe ich vieles aus Einsätzen sehen müssen, dass war aber nun mal die Bürde wenn man im Lagezentrum eingesetzt und Einsätze geplant hat… Jeden Tag dachte ich mir hoffentlich passiert nichts im Einsatz den man geplant hat und alle kommen heil wieder…

    Ich habe nun also kein Regel-Dienst gehabt auch wenn ich Stabsdienstsoldat gewesen bin, darf ich mich also nicht als Veteran bezeichen?

  • Da stimme ich dem Kameraden King voll und ganz zu.
    Ich selbst war im Jahre 2000 6 Monate in Bosnien/Sarajevo/Rajlovac gewesen, habe weder an Kampfhandlungen teilgenommen, noch welche miterlebt. Ich habe nur das Ausmaß des Krieges im Nachhinein gesehen. Sarajevo, Butmir, Mostar, Filipovici…..und viele andere Städte. Selbst bis nach Kroatien hinein. Nur deswegen würde ich mich selbst nicht als Veteran bezeichnen. Veteranen sind Soldaten, die in Kriegsgebieten am Einsatz teilgenommen haben. KVOR würde ich in diesem Spektrum mit sehen, SFOR dagegen eigentlich nicht.Stabilsation hat nichts mehr mit Krieg oder Kriese zu tun. Auch kein „normaler“ Dienst an der Waffe.
    Einzig ….. SaZ 4…8 oder 12 , das ist eigentlich egal, einzig der Einsatz zählt.

    Meine Meinung und jeder darf seine eigene dazu haben.
    Grüße
    Thomas H.

  • Daniel,
    du machst aus einer Mücke einen gewaltigen Elefanten.
    Den ersten Fehler den du machst, ist dass du dich von deinen Gefühlen über einen Begriff leiten lässt und deinen Frust damit auf Kameraden spiegelst, dessen Ursprung aus einer toten Sprache entstammt und nichts anderes bedeutet, als „altgedienter Soldat.“
    Selbst wenn du im Einsatz warst, mein „Einsatz“ war, dass ich Leute wie Dich bei deiner Einberufung zum Grundwehrdienst/Freiwilligen Wehrdienst/Eignungsübung einschleusen durfte und damit die ersten Nächste durchgemacht habe, nur um den nötigen Papierkram soweit fertig zu machen, dass der Dienstherr und du glücklich sind.
    Mein Einsatz war, dass deine Personalakte zu pflegen oder dir freundlich Auskunft zu geben, wenn du dämliche Fragen stellst, z.B. wie viele Urlaubstage du hast.
    Ebenso war mein Einsatz, den Papierkram zu erledigen, damit du im Flieger zum Einsatzstandort entsendet wirst. Ja, mein Einsatz, war es die Drecksarbeit zu erledigen die nötig sind damit du im Einsatz warst. Nur hab ich so ein Meme gemacht wie du jetzt?
    Wenn du einen „BundesPin“ beantragen willst, würde ich genauso darauf bestehen, dass du diesen trägst neben deinem ganzen Einsatzlametta, denn im Grunde genommen steht der Pin für altgediente Soldaten, wie du am Ende auch, wenn du die Bundeswehr ehrenhaft in Uniform verlässt.

    Mfg
    Ein „Altgedienter“

  • Moin,ich finde viel zu viel Wind um nichts. Da möchte jemand das auch nur die Soldaten ein Veteranenabzeichen bekommen,die auch „Wirklich und tatsächlich ihr Leben “ aufs Spiel gesetzt haben ? Warum, die haben Ihren Job gemacht und mehr nicht, dafür wurden und werden alle fürstlich entlohnt und ausgesucht haben sie es sich auch selbst. Ich arbeite als Dachdecker , riskiere JEDEN Tag mein Leben und meine Gesundheit und bekomme dafür im Monat ungefähr den Wochenlohn einens Soldaten im Auslandeinsatz.Auch ich habe mir diesen Beruf ausgesucht, ich verlange aber dafür keine besondere Auszeichnung des Dachdeckerverbandes. Übrigens sterben mehr Menschen im Bauhandwerk im Jahr als alle bisherigen deutschen Soldaten durch Feindeinwirkung in mehr als 25 Jahren. Und deren Familien zahlt in der Regel niemand 60.000 € und eine Witwenrente von 60 Prozent des Geldes, das dem Soldaten beim Eintritt in den Ruhestand zugestanden hätte.Von den hunderten verkrüppelten, verstümmelten und im Rollstuhl sitzenden „ehemaligen“, also auch Veteranen im Sinne von „ihr Leben für das Deutsche Wohleingesetzt“ ganz zu schweigen. Das nur nebenbei. Für mich ist das Veteranenabzeichen Schmuck am Nachthemd, nicht mehr und nicht weniger.

    Ehemaliger FschJg und Veteran des „kalten Krieges“

  • Veteran ist im eigentlichen Sinn nur, wer im Kriegseinsatz war. Deshalb sollte nur auf schriftlichen Antrag ein solches Abzeigen verliehen werden. Im Antrag sollten Dienstzeit, letzter Dienstgrad, besondere Leistungen und Erläuterung der Einsätze aufgeführt werden. Nach Prüfung der zuständigen Stelle kann dann dem Antragsteller das „Veteranen-Abzeichen“ auf diversen Wegen überreicht oder zugesandt werden. Auf keinen Fall diesses Abzeichen für alle ehemaligen, allgemeinen BW-Soldaten. Dazu sind die Reservistenvereinigungen da.

  • Was sind Kampfhandlungen ? Wenn ich als G4 Mat Erhalt in Afghanistan liegengebliebene Fahrzeuge der Bundeswehr und von Allierten aufsammele (so als ADAC-Kundus), bin ich immer in Anschlags- und Lebensgefahr. Auch wenn nichts passiert. Das ist für mich eine latente Kampfhandlung.

  • Es ist doch ganz einfach, so wie bei den Amerikanern und Engländern auch sind alle ehemaligen die ehrenhaft gedient haben „Veteranen“ alles Andere zum Thema Einsatz-Kriegshandlungen-sonstige Gefahren werden über andere Auszeichnungen definiert. Alles Andere wäre falsch und unkameradschaftlich, denn die Grundlagen und die Logistik für den Einsatz haben NICHT die Fallschirmjäger geschaffen.
    SF d.R.

  • Es gibt schon die Einsatzmedaillen und heutzutage auch noch „Gefecht“. Für was in Gottes Namen braucht einer diese Veteranen-Auszeichnung? Wer im Einsatz war bekam seine Medaille und noch eine von der Nato, eine Urkunde, fertig. Das sich danach keiner um einen schert, war auch bekannt. Es hat schon immer Kameraden gegeben, die einerseits zu den richtigen Zeitpunkten anwesend waren, aber auch gekonnt ihre Dienstzeit mit diversen wehwehchen ausgeschmückt und einem Einsatz entgangen sind. Es ist wie in der freien Wirtschaft, ein Projekt endet mit Belobigung aller Unbeteiligten. Es würde weitaus mehr Sinn ergeben, wenn es keine Knebelverträge mehr gäbe, die man Unterschreiben muss bevor man in den Einsatz geht. Die NATO inklusive der Bundeswehr schickt Soldaten in Einsatzgebiete, die Grundsätzlich verseucht sind, mit verschossener Uran-Munition. Früher musste man dafür Unterschreiben, dass man den Dienstherr nicht in Regress nimmt um eventuelle Krebserkrankungen als Spätfolge anerkannt zu bekommen. Eine abartige Frechheit. Diese Themen sollte man angehen. Wäre die allgemeine Nachsorge, speziell für die PTBS-Erkrankten besser, wäre diese Diskussion möglicher weise gar nicht erst entstanden.
    Da die Regierung auch beschlossen hatte, die Wehrpflicht abzuschaffen, sollten diejenigen jetzt auch in der Verantwortung stehen und die Doppelbelastungen selbst ausbaden. Durch diesen abgeschafften Mechanismus gerät der ganze Verein ins wanken und keiner gibt es zu.
    Da wären wir wieder beim Thema…….wir schaffen die Wehrpflicht ab und geben jetzt 10 Mio. einen Anhänger………

  • Ich zitiere mal einen Post des Users „Jas“ von der Seite „Augen geradeaus“, denn damit ist mE alles gesagt:

    „Der Veteranenbegriff der Bw ist für die gesamte Gesellschaft gedacht um das besondere Opfer und Opferbereitschaft derer zusammenzufassen und zu benennen, die für dieses Land Dienst an der Waffe geleistet haben. Jene die nicht verweigert haben. Jene die Jahre ihres Leben in den Dienst der Streitkräfte gestellt haben und jene die ihre Berufung in ihr fanden. Alles Veteranen in der Gesellschaft die sich von ihren Mitmenschen eben in diesem besonderen Punkt unterscheiden.

    Aufbauend darauf ist eine Unterscheidung/Differenzierung nach Einsatz/Draussies/Drinnies/Gefecht/Büro/Patrouille blablabla doch lächerliches internes Geplänkel, dass ich auch in den Diskussionen hier äußerst unkameradschaftlich finde. Wer als Mann der Schlammzone nicht verstanden hat, das sein Überleben und seine Taten nicht auch zu gleichen Teilen dem Soldaten im Camp oder zu Hause zu verdanken sind – hat wenig bis sehr wenig verstanden.

    Wer jetzt immer noch nach mehr “Differenzierung” und “Unterscheidung” schreit treibt aktiv Keile in die Truppe deren Zusammenhalt er ja eigentlich fördern sollte 😉 Ich bin nicht Soldat/Offizier+ nur weil mir monatelang Kontinent fremde Sonne auf die Cap gebrannt ist und mir schonmal Dinge um die Ohren und das Herz fast aus der Brust geflogen ist. Diesen Anspruch und Erwartungshaltung dürfen wir auch niemals anerziehen. Ich habe vor keinem Kameraden mehr oder weniger Wertschätzung nur weil er in Land x war oder eben nicht. Gestaffelte Wertschätzung ist auch nicht mein Auftrag, sondern der der BRD.

    – Dienstgrad
    – Bezahlung
    – Urkunden
    – Belobigung
    – Sondermaßnahmen
    – Abzeichen und Orden
    – Beurteilungen

    Woran erkenne ich den altgedienten und verdienten Veteran? Da oben steht’s.

    Also nirgends wo hab ich mehr Möglichkeiten der Abgrenzung und Unterscheidung als hier. Jetzt auch noch fancy Namen? Kampfveteran? Anti-Terror Veteran? Wie wärs mit Gefechts Uwe? Nur um irgendeine Egomaschine weiter zu Füttern? Nein Danke. Durch dieses scheiss IKM haben wir eine völlig verklärte Sichtweise auf unseren Beruf gewonnen. Die Ausnahme von damals ist heute Benchmark unserer gegenseitigen Wertschätzung.

    “Du warst nich draußen, hast nicht x gemacht. Du weißt nicht wie es wirklich ist. Man bringe mir meine Bahre den ich stand im Gefecht” Und nun? Part of the Job Description…

    Ich kann’s echt nicht mehr hören diese Diskussionen über eine größere Unterscheidung von Soldaten mit (mehreren) Einsätzen und deren ohne. Was für ein Schwachsinn… Ganz im Gegenteil der Soldat der immer daheim war müsste eigentlich mehr Anerkennung erfahren, schließlich kommt er seinem primärem verfassungsgemäßen Grundauftrag der Verteidigung deutlich mehr nach als wir, die sich mit den verfassungsmäßigen Zweitaufträgen in fernen Ländern rumtummeln.

    Je mehr ich in diesem Faden lese desto überzeugter bin ich von der aktuellen Sichtweise des BMVg zum Thema Veteranen – denn die alternativen Diskussionen sind ja unerträglich.“

  • Servus Daniel,

    deine Ansichten kann ich alle verstehen, denn jeder hat sich schonmal Gedanken gemacht, warum manche Sachen bei der Bundeswehr einfach gleich sind.

    Ob jemand Betreuungsfeldwebel im K2 in Mes war oder irgendwo draußen beschossen wird. Zuschlag der Gleiche, Ansehen das Gleiche, Förmliche Anerkennung neigt sich wie immer zu Gunsten von Stab und Drinnis. Okay. Finde ich auch nicht sonderlich durchdacht, ist aber so.

    Das viele, die nicht im Einsatz waren oder die ungefährlichen Parts übernommen haben, dann sagen: Für das Wie des Dienstpostens kann ich nichts, ich bin genau so bereit mich in Gefahr zu begeben. Das ist schonmal eine andere Seite, die man da nicht vergessen darf.

    Ich bin der Meinung, du hängst dich an einem falsch Begriff auf. Veteran ist relativ weit gefächert. Leute die gedient haben. Leute die ihrem Land die Treue in besonderem Maße gehalten haben. Das Wie war jeweils in ihrer Truppengattung, Verwendungsreihe, etc. begründet.

    Du willst doch eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus. Auf Einsatzveteranen. Das diese Begrifflichkeit für dich mehr von Wert ist, kann ich vollkommen nachvollziehen. Aber hey. Was kratzt dich letzten Endes dieses Stück Metall?

    Du hast deine Gefechtsmed., Einsatzmed. usw. Und du und die Leute, die es wirklich betroffen hat, ihr wisst, wie du dir diese Blechteile verdient hast. Und die anderen werdens entweder nicht verstehen, weil sie Zivilisten sind oder ihnen fehlt die Empathie dafür, weil das meistens nur der versteht, der mit dir da unten war.

    Wenn dir ein 9 Monatsveteran dumm kommt, erzähl ihm ein paar Takte. Aber ich würde mich von dem Begriff nicht runterziehen lassen.

    MKG
    Einer von der Graumützenfraktion

  • Lieber Daniel,

    deinen Ansatz verstehe ich, aber drehen wir uns hier nicht um eine „Wortdefinition“? Ich käme auch mit den Unterschied „Veteran“ und „Kriegsveteran“ klar.
    Ich war im Jahr 1984 W15er und habe meinen Dienst im 6. RakArtBtl 150 in Wesel geleistet, und da war ich auch stolz drauf. Das war die Zeit des kalten Kriegs. Unsere Aufgabe war es mit einer atomsprengkopfbestückten Kurzstreckenrakete die Russen abzuwehren. Nachweislich hatten wir dort auch wirklich Atomsprengköpfe bewacht und gefechtsbereit. Zum Glück kamen wir nicht zum „Kampf-„Einsatz, denn dann würden wir beide evtl jetzt garnicht miteinander schreiben. Ist jetzt mein Einsatz für unser Vaterland weniger wert, als dein Kampfeinsatz, aus dem du Gott sei Dank gesund wieder heim gekommen bist? Uns W15er hat damals und heute nie jemand wirklich wahrgenommen. Daher befriedet mich die späte Anerkennung aber umso mehr. Das einfach mal aus der Sicht eines W15ers. VG Jürgen Marx

  • Es ist ein Schlag in das Gesicht jedes Soldaten der irgendwann in der Bundeswehr gedient hat. Ist man etwas besseres wiel man das Pech oder Glück hatte im Ausland zu dienen. Wie viele waren nicht im Gefecht und haben ihre Dienst im Lager abgeleistet? Ist man deshalb etwas besseres? Ich habe meinen Dienst inder Heimat geleistet ( Oderhochwasser etc.) und bin stolz drauf! Ich durfte nicht ins Ausland befehl meines Hauptmann wie viele meiner Kameraden. Sind wir deshalb schlechtere Soldaten gewesen. Wenns für die US Army und die Britisch Armee reicht das man gedient hat und ehrenvoll Entlassen wurde dann woll auch für die Bundeswehr.

  • Hallo zusammen,

    ich war als Reservist freiwillig in neun Auslandseinsätzen, Kosovo, Afghanistan und Mali.
    Wenn dieses billig wirkende „Veteranenabzeichen“ alles ist, dsa einem der Dienstherr – zu welchem Zweck auch immer – auf Antrag und mit der Post(!) zukommen lassen will, dann erachte ich dies nicht als eine Ehre, sondern als beschämend. Ich werde dieses Ding ganz sicher nicht beantragen. Es wäre doch sehr wünschenswert gewesen, wenn sie mit den hierfür freigegebenem Geldmitteln die Versehrtenversorgung verbessert hätten. Das wäre weitaus besser angekommen. Manchmal frage ich mich schon, für was gewisse Ministerielle im BMVg eigentlich bezahlt werden…

  • Ich habe es aus purer Neugier beantragt. Als Wehrpflichtiger war ich 1988/89 weit entfernt von allem was mit einem Veteran zu tun hat. Hinzu kommt, dass ich damals der Bundeswehr extrem kritisch gegenüberstand (viele übrigens in unserer Kompanie) und mich nur wegen der im Vergleich zum Zivildienst kürzeren Zeit für den Wehrdienst entschieden habe. Ich war einer der Wenigen in der Kompanie, der vergleichsweise oft mit einer scharfen Waffe unterwegs war: wegen des Transports von Munition und Panzerabwehrraketen von A nach B, vor allem auf Übungen. Die größte Bedrohung ging für uns von der RAF oder rechten Wehrsportgruppen oder einfach nur Kriminellen aus oder von Kollegen, die unsachgemäß mit Waffen hantierten. Einmal hat einer während der Wache mit einer geladenen Uzi auf mich gezielt. Ich hielt es nicht für nötig das zu melden, es wäre mir auch nicht in den Sinn gekommen, weil ich mit den Vorgesetzten / Freiwilligen nichts am Hut hatte. Der spinnerte Kamerad war mir näher. Viele Jahre nach der Bundeswehr habe ich ein Dankesschreiben für 14 Jahre Beitrag zum deutschen Justizwesen zusammengeknüllt und den Absendern in den Briefkasten gestopft: mit schriftlicher Begründung. Ich würde das heute nicht mehr so handhaben, es drückt aber meine kritische Haltung gegenüber staatlichen Auszeichnungen generell aus. Dass Soldaten, die in Afghanistan oder Mali oder im Kosovo im Einsatz waren nicht glücklich sind mit diesem Veteranenabzeichen kann ich absolut verstehen. Dennoch: da meine Haltung gegenüber der Obrigkeit ohnehin kritisch ist (ich war u.a. Strafverteidiger), nehme ich das Abzeichen für mich persönlich nicht besonders ernst und betrachte es eher als eine interessante Erinnerung an die manchmal bizarre Zeit des kalten Krieges. Es liegt dann hier in der Schublade. Tragen werde ich es ganz bestimmt nicht. Ich sags mal so: auch der Wehrdienst war mal eine Realität und es sind dabei tatsächlich Leute bei Unfällen gestorben. Mit Kampfeinsätzen hat das natürlich nicht annähernd etwas zu tun. Aber: in einer Nachbarkaserne wurden z.B. zwei Wachsoldaten erstochen und ihre Waffen geraubt. Man hätte auf das Abzeichen verzichten können, aber jetzt ist es nun einmal da. Und wie gesagt: ich gehöre zu denen, die alles militärische, Gehorsam, unbedingte Pflichterfüllung, Befehlsstruktur schon aus persönlichen Gründen in Frage stellen (ich arbeite seit 20 jahren als Selbstständiger, kann also mit Vorgesetzten grundsätzlich nicht viel anfangen). Dazu hat sicher auch die Tatsache beigetragen, dass ich bei meinen Großeltern aufgewachsen bin: mein Großvater war in Russland, Norwegen und Polen an schlimmen Einsätzen beteiligt und 6 Jahre in Sibirien in Gefangenschaft. Die Familie leidet bis heute darunter, auch wenn er schon lange tot ist. Als Natopanzer an unserem Haus in der Pfalz vorbei ins Manöver zogen stand er nur stumm und kopfschüttelnd da …

  • Ich kann deine Meinung sehr gut verstehen, Daniel.
    Jeder hat bei diesem Abzeichen, das lange schon überfällig ist, seine eigene Ansicht.
    Ich habe aber einen anderen Ansatz als du.
    Soldaten….Jahrzehnte lang verspottet, angepöbelt, diskriminiert, ignoriert und totgeschwiegen…
    Das gilt für den normalen Dienst, die Einsätze, die Schmerzen oder das Leid das viele ertragen mussten.
    Die Anerkennung ist laaaange Überfällig.
    Ein paar hundert Einsatzveteranen haben eine besondere Würdigung mehr als verdient.
    Sie können allerdings auch leicht verschwiegen werden, so wie es bisher üblich war.
    10 Mio ehemalige Soldaten kann man aber schlecht verschweigen und es geht hier nicht nur um einen Anstecker, es geht um Eure Anerkennung in der Öffentlichkeit und in der Politik.
    Anerkennung bedeutet Farbe zu bekennen, Farbe bekennen zu Respekt, Dankbarkeit, Anerkennung und Unterstützung bei den Folgen der Einsätze.
    Ich erinnere an die Wehrpflicht.
    Damals war die Bundeswehr deutlich besser akzeptiert, als sie es heute ist, weil alle irgendwann einmal dabei waren.
    Ein paar Einsatzveteranen werden leichter diskriminiert als 10 Mio, wie auch immer man sie nennt.
    Diese 10 Mio denke ich könnten als große Gemeinschaft gesehen werden und Euch in euren Schwierigkeiten als Lobby unterstützen. Nur ob der Tatsache, wir sind nicht nur wenige, wir sind viele, wir sind ein Teil der Gesellschaft.
    Wenn wir uns selbst auseinanderdividieren,schwächt ihr euch nur selbst.
    Teile und herrsche oder gemeinsam sind wir starkt…Wir haben die Wahl.
    Wie gesagt das ist meine persönliche Meinung und Ansicht und ich kann deine sehr gut verstehen.

  • Hallo zusammen, war als SaZ12 von 1985 bis 1997 dabei. Fachunteroffizier im Radarführungsdienst und ständiger Luftfahrzeugbesatzungsangehöriger mit beiden Tätigkeitsabzeichen in Silber, fliegend NATO E-3A mit 3.500 Flugstunden. Wir Deutschen waren damals nur unter der Hand mit dabei. Unsere Präsenz wurde auf extrem kleiner Flamme gekocht und der Politik zumindest suspekt wenn nicht sogar peinlich. Daraus wurde erst sehr viel später die im Parlament entschiedene AWACS-Diskussion und die entsprechenden Bestimmungen. https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/188072/urteil-zu-auslandseinsaetzen Wir waren integriert vom ersten Tag an mit dabei, oft in Schlüsselpositionen. Auszeichnungen dafür während meiner Dienstzeit? Fehlanzeige. Nachts ohne Jagdschutz an der Türkisch-Irakischen Grenze mit Taschenmesser bewaffnet auf FL310 rumfliegen war in Ordnung. Die Jugoslawien-Kampagne etwas später ebenfalls. Eine Boden-Luftrakete hätte uns den Tag versauen können. Die Namen der verschiedenen Einsätze kann Jeder jederzeit auf der Homepage des NATO E-3A Verbandes nachlesen, ebenso die Einsatzperioden und die Anzahl der geleisteten Flugstunden in den jeweiligen Kampagnen. Abgesehen von den Dienstbezügen gab es damals keinerlei offizielle Anerkennung. Ich fühle mich auch ohne Bodenberührung und Beschuss in den verschiedenen Ländern (Irak, Jugoslawien) als Veteran. So,und nur so hab ich dieses kleine Abzeichen verstanden. Meine Sichtweise muss man nicht teilen aber von meinen Kameraden erwarte ich Verständnis und Respekt und kein: „Ihr ward ja gar nicht im echten Einsatz“. Die Politik können wir augenblicklich nicht nachhaltig verändern. Versuchen wir es deshalb wenigstens mit Kontinuität in der Kameradschaft über die TSKs hinaus. Mit kameradschaftlichen Grüßen SU d.R Wolfgang Ickert

  • Meiner Meinung nach hat jeder ab einer gewissen Dienstzeit dieses Abzeichen verdient.

    War 8 Jahre beim Bund wollte auch bei einen Einsatz mitmachen durfte aber auf Grund Personalmangel der Busfahrer nicht weg.
    Im Letzten Dienstjahr sollte ich zu einem Einsatz aber hab dann mein BFD Jahr angetreten.

    Es können wie in meinem Fall Situationen auftreten wo es gar nicht möglich war bei einem Einsatz teil zu nehmen aber dennoch auf Grund der Dienstjahre in einer anderen Art und weise geholfen hat die Truppe im Ausland zu versorgen.

    Auch diese Soldaten haben Ihrem Land in gewisser Art geholfen mit Ihrer Dienstzeit.

  • Ve·te·ran

    /Veterán/

    Substantiv, maskulin [der]

    1. jemand, der (besonders beim Militär) altgedient ist, sich in langer Dienstzeit o. Ä. bewährt hat

    Ich kann den persönlichen Ausbruch bis zu einem gewissen Grade nachvollziehen, finde aber dass man den Stolz auf das geleistete auch und insbesondere aus den Einsatzauszeichnung ziehen kann. Dem Bürger in Deutschland ist es, nicht zuletzt auch durch die peinliche politisch Debatte um die Bundeswehr, völlig egal, was die Soldaten leisten. Ich glaube auch nicht, dass das Abzeichen da mehr bewirkt. Ich war auch „nur“ in den Hilfseinsätzen unterwegs und habe aber im Inland dafür gesorgt, dass meine Kameraden ihre Tumorerkrankung überstehen. Bin ich deswegen weniger Veteran, weil ich nicht in vorderster Front gekämpft habe? Muss man dafür wirklich „Alles“ gesehen haben ? Meine Front hieß nun einmal Krankenhaus und damit: Versorge den Kameraden so gut, dass er sein Leben im Kreise seiner Familie, Freunde und Kameraden weiter genießen kann. Habe ich also weniger Recht das Abzeichen zu tragen?

  • Ich war als Stabsdienstsoldat (SaZ 2) in der sehr interessanten und (noch) guten Bundeswehrzeit zwischen April 1991 und Sept. 1992 in Mellrichstadt resp. Frankfurt / Oder im Dienst.
    Grundsätzlich ist auch aus meiner Sicht eine äußerliche Ehrung der Veteranen zu begrüßen, wenngleich sich über eine an das Ehrenkreuz des Weltkrieges anlehnende Verleihungsform streiten ließe. Aber mit den existierenden Einsatzmedaillen (u.a.) entfällt m.E. die von einigen angeregte Diskussion denn im Ernstfalle hätte jeder unter Feuer gestanden und auf dieser Basis sollte man den bewußt dienenden Uniformträgern / jetzigen Veteranen des „Soldatenstandes“ die Ehre nicht abschneiden (…).
    Viel bedenklicher stimmt mich allerdings der Zeitpunkt und die heutige – sicherlich korrekte – Bewertung :

    „Ihr Dienst in unserer Bundeswehr verdient hohen Respekt, große Anerkennung und mehr Sichtbarkeit in unserer Gesellschaft.“

    Hatten wir nicht in den 1992 folgenden Jahren nicht allerhand zu ertragen wie den Satz „Soldaten sind Mörder“, die Zerstörung allen Patriotismus, welcher als Nationalismus diffamiert wurde …, die Bilderstürmerei mit Aberkennungen von Ehrengräbern …, den Umbenennungen von Kasernen …etc., der Verabschiedung von verdienten Generälen, welche sich zur Wehr setzten und schlußendlich mit dem unsäglichen Zustand einer quasi nicht mehr verteidigungsfähigen Bundeswehr in der heutigen Zeit ? Alles unter der „Führung“ von weitgehend fachfremden Personals der politischen Ebene ? —

    Und dieselben Politiker sprechen nun, heute, wo alles zu Staub zu fallen droht, von „Respekt und Anerkennung“ ?!

    Dieser Gedanke treibt mich um aber dennoch, ich habe aus patriotischem Geist heraus, wie meine Vorfahren ehrenhaft dienten und in Feldzügen und Kriegen der Politiker kämpften, meinen Dienst – ebenso ehrenhaft – versehen und werde dieses „Abzeichen“ beantragen und als Dank meines Vaterlandes annehmen.

    Nur eines wäre an der Sache selbst kritikwürdig und es ist traurig, daß wohl kein Anderer darauf kam : Warum benennt man ein offizielles, äußeres Zeichen der Anerkennung des ehrenhaften Dienstes – ob unter direktem Einsatz des Lebens oder „in Bereitschaft“ – politisch korrekt / herabwürdigend als „Abzeichen“ und nicht als Ehrenzeichen ??
    Letzteres lässt auch mich insgeheim an der Aufrichtigkeit der politischen Ebene zweifeln … .
    P.S.: Bedenklich ist besonders, daß jederman im Handel / Ebay eine Reihe von Varianten für ein paar Kreuzer kaufen kann … ?! Wie geht sowas ? Wo bekommt der Handel die Dinger her ?!

  • Moin Daniel, ich verstehe deinen Standpunkt durchaus, aber ich bitte auch darum, zu differenzieren. Als ich diente, waren die Zeiten friedlich. Wären sie es nicht gewesen, wäre ich allerdings ohne wenn und aber in den Einsatz gegangen. Ich habe meinem Land also gedient, wenn auch nicht im Kampfeinsatz.
    Das Abzeichen habe ich beantragt und ich werde es tragen. Einfach deswegen, um meine Verbundenheit mit den Kameraden zu zeigen und um im Gespräch, dass sich an das Zeigen dieses Symbols mit Sicherheit immer wieder ergeben wird, für Verständnis mit Veteranen tatsächlicher Auslandseinsätze zu werben. Es heißt aktiv Flagge zu zeigen und das Abzeichen ist eine gute Möglichkeit dafür.
    Vielleicht sollte der Bund darüber nachdenken, das Veteranenabzeichen in gold, silber und bronze zu verleihen, denn eine Differenzierung halte auch ich für notwendig. Trotzdem werde ich es nicht als Anmaßung empfinden, dieses Abzeichen zu tragen, denn ich war bereit und meine Entscheidung für die Armee habe ich bewusst gefällt. Im Übrigen kann ich tatsächlich nichts dafür, dass mein Antrag auf Einsatz auf dem Balkan damals abgelehnt wurde.
    Viele Grüße
    Martin

  • Mittlerweile wurde hier viel geschrieben und einige Texte sind sehr bedenklich. Es gab eine Zeit in der man im kalten Krieg gedient hat und auch dort Dienste leisten musste über die bis heute nicht gesprochen werden darf. Offiziell durften wir zu der Zeit ja gar nicht ins Ausland. Offiziell wäre es ja das absolute Drama gewesen wenn man von „Krieg“ gesprochen hätte (was ja bis heute noch ein NoGo ist).

    Ich persönlich empfinde den Begriff Veteran genau so wie in allen anderen Streitkräften dieser Erde: wer gedient hat, dem gebührt auch die Möglichkeit dies zu zeigen. Sind die die vor Afganistan oder Kabul gedient haben schlechtere Soldaten? Sind die die im Hintergrund arbeiten (z.B. im Stab oder Nachschub) schlechtere Soldaten? Ich empfinde es als eine absolute Unverschämtheit denen die nie die Möglichkeit haben durften das gelernte auch durchzuführen den Begriff Veteran zu verweigern oder den Begriff Veteran schlecht zu machen! Wer damit prahlen will das er auf Menschen schiessen durfte (oder musste) tut mir einfach nur leid. Zudem werden Auslandeinsätze und Kampfhandlungen mit eigenen Medaillen ausgezeichnet und dann kann man diese auch gerne zur Schau stellen wenn man es nötig hat.

    Wer als Soldat ausgebildet wurde ist und bleibt einer sein Leben lang. Jeder von uns musste durch die selbe grüne Ausbildung und hat seinen Teil dazu beigetragen das wir in Deutschland Frieden haben und auch hoffentlich noch lange haben werden. Jeder der da durch musste dem gebührt die Ehre dies auch zu zeigen. Und das ist laut weltweite Definition ein Veteran und er soll es auch mit Stolz zeigen dürfen.

  • Piet,
    Danke für Deine Einlassung, glatte Eins! Du hast das Thema genau getroffen. Jeder hier beschreibt mehr oder weniger seine persönlichen Erfahrungen und auch seinen Frust mit dem Umgang der Wahrnehmung als Soldat in der Öffentlichkeit. Soldat ist nun mal kein normaler Beruf und in der Zivilgesellschaft wird alles, was damit verbunden ist, häufig als „Unwirklich“ empfunden. Das ist soweit verständlich, weil die meisten Bürger Frieden, Demokratie und Menschenrechte als Selbstverständlich empfinden. Das ist es aber nicht und muss täglich „auf`s neue verteidigt“ werden. Politisch, Gesellschaftlich und wenn die Konsequenz nichts anderes zulässt, auch militärisch.
    Und hier stellt sich doch nicht die Frage, wer mehr innerhalb seiner Dienstzeit erlebt / erlebte und erleiden musst / e. 1985 ist nicht 2019. Ein Vergleich ist nicht möglich und sollte auch nicht erfolgen. Ich als Person werde täglich an meine Wehrdienstzeit (1985 -1986 ) erinnert da ich mir, Dank G3 und schlechten Gehörschutz, einen Tinnitus eingefangen habe. Aber das sind nur ganz persönliche Schicksalsgeschichten. Ich bin der Meinung, das wir als Gesellschaft noch viel zu verkrampft mit dem Thema einer Armee umgehen. Ja, es wäre sehr schön , wenn wir darauf verzichten könnten, nur liegt das leider nicht in der Natur des Menschen. Liebe Politiker, die das hier alles lesen, gebt den Soldaten der Bundeswehr bitte etwas mehr Respekt, sie sind in letzter Konsequenz, die Verteidiger unserer Demokratie und Rechtstaatlichkeit.
    Veteran oder nicht – ist das wirklich so wichtig?
    Mit respektvollen Grüßen
    Gunnar

  • Hallo zusammen,
    Ich habe vor kurzem dieses Abzeichen beantragt. Ich muss Daniel recht geben. Ein Veteran ist auch für mich jemand, der in „richtigen“ Einsätzen Dienst getan hat, wobei hier irrelevant ob im Gefecht oder im Camp, etc.
    Ich selbst sehe mich nicht als Veteran, ich habe 94 meinen Grundwehrdienst geleistet. Ich war gerne dabei, aber ein Veteran… nein, das bin ich nicht. Ich finde es nicht schlecht, das es eine Art „Verbundenheitsabzeichen“ gibt, dies sollte aber eine andere Bezeichnung bekommen als „Veteranenabzeichen“. Ich sehe hier auch eine leichte Herabwürdigung der Kameraden, die in Einsätzen ihren Arsch riskiert haben. Auf der anderen Seite…. ich war vor nicht allzulanger Zeit auf einem Familienfest auf der Hardthöhe und ich war schockiert, was dort rumrennt und sich „Soldat“ nennt. Das ist nicht mehr die Bundeswehr, die ich erlebt habe. Insofern ist ein Abzeichen, egal welcher Bezeichnung, nichts mehr wert. Es wurde von Politikern kreiert um zu tun als ob, ohne zu wissen was es bedeutet jemals Uniform getragen zu haben. Ich erinnere mich an die Debatte, ob die getöteten Soldaten in Auslandseinsätzen als „Gefallene“ oder als „Getötete“ bezeichnet werden sollen. Denn ein“Gefallenen“ gibt es nur im Krieg. Und die Bundeswehr nimmt ja nur an „Humanitären“ Einsätzen teil. *Sarkasmus aus*

  • Ich habe 2005-2006 „nur“ 9 Monate meinen Grundwehrdienst runter gerissen und war demnach in keinem Auslandseinsatz, dennoch habe ich an der Heimatfront meinen Mann gestanden, in der Winterkatastrophenhilfe in Sachsen und später im Hochwassereinsatz am Rühstädter Bogen, in Brandenburg. Entgegen anderer Kameraden, wie die beim Hochwasser 2013 in BRB, wurden wir weder mit Orden, noch Lobreden, noch sonstigen Aufmerksamkeiten überhäuft. Lediglich eine Kindergartengruppe brachte uns Süßigkeiten und bedankte sich persönlich bei uns, was mir persönlich viel wert war. Jeder Soldat, der im Einsatz war, wird mit seiner ISAF-, KFOR-, SFOR-, WHAT-EVER-SPANGE und oder Medaille verziert, mit Lobpreisung und allem Zubehör. Warum also gerade ein Auslandseinsatzveteran hier nun Stunk macht, weil mit dieser Auszeichnung eben ALLEN Soldaten für ihre Dienste gedankt wird, verstehe ich wirklich nicht. Seit meinem Austritt 2006 leiste ich meinen Dienst als beorderter Reservist (was nun mehr bald 14 Jahre sind), neben meinem Beruf als Polizist und packe hier und dort überall mit an OHNE auch nur eine „Aufmerksamkeit“ dafür zu erhalten. Unteranderem z. B. vor ein paar Tagen, beim Gedenkmarsch an die gefallen Kameraden 110 km, oder im Orgbereich beim Tag der offenen Tür im BMVg (und das sogar unentgeltlich). Manchmal kann man auch einfach mal den Ball etwas flacher halten und muss sich nicht über alles und jeden „Luft verschaffen“, sondern Dinge schlicht einmal hinnehmen und den Anderen etwas gönnen. Denn genau das macht am Ende eine Einheit und Kameradschaft aus.

  • Lieber Daniel,

    mit Interesse verfolge ich die von Dir angestoßene Diskussion. Vorab schon einmal Danke dafür!

    Ich bin 1997 zur Bundeswehr und habe dort anfangs als SaZ4, zunächst als S1 Uffz, gedient. Später habe ich dann noch die Laufbahn gewechselt, aber das spielt hier zunächst keine Rolle. Zu meiner Zeit war die Wehrpflicht (10 Monate) noch nicht ausgesetzt und noch heute treffe ich aus dieser Zeit zahlreiche ehemalige Kameraden (BS, Freiwillige, FWDL, GWDL) mit denen ich gedient habe. Sie waren Panzerfahrer, Grenadiere, Richtschützen, Instler oder im KpTrp…oder oder oder. Teilweise im Auslandseinatz und teilweise auch nicht. Unterscheidungs- und Wertungsmöglichkeiten gibt es viele…. Wichtig ist, dass alle ihren Dienst ehrenvoll geleistet haben. So ist mir beispielsweise die Fragestellung meiner Bataillonskameraden von damals unbekannt, ob denn nun ein Inst-Uffz oder ein S4-FW auch ein Panzermann ist, obwohl er nicht in einer Kampfkompanie dient, oder ob ein FWDL weniger Soldat war, als ein SaZ. Wir haben gemeinschaftlich den Dienst in unserem Verband geleistet, als Kameraden. Wichtig ist doch, dass alle Genannten ihren Dienst ehrenvoll geleistet haben. Aus meiner Sicht sind sie Veteranen. Ich halte es darüber hinaus für eine gute Idee, dass Thema Bundeswehr sichtbar in der Bevölkerung zu machen, da es nach dem Aussetzen der Wehrpflichpflicht zu einer großen Entfremdung zwischen Bürger und Bundeswehr kam. Wer könnte das also besser erfüllen als ehemalige, altgediente Soldaten? ich sehe es sogar ein Stück weit so, dass es doch gerade ein starkes Zeichen ist, wenn sich beispielsweise ehemalige Wehrdienstleistende, nach außen sichtbar, mit Einsatzveteranen von heute solidarisieren. Dass es eine Frage der Ehre ist, sich nicht mit fremden Taten zu schmücken, muss doch eigentlich nicht erwähnt werden. Aber das kann man ja erläutern, wenn man vielleicht auf das kleine Sympol am Anzugkragen und seine eigene Verbindung zur Bundeswehr angesprochen wird…..

    BG
    VL

  • Veteran und das damit verbundene Veteranenabzeichen ist laut Begriffsdefinition (Altgedienter, vgl. Duden) vollkommen korrekt. Auch ist es vollkommen korrekt, dass dieses Abzeichen den Kameraden die wirklich „den Arsch riskiert“ haben, in keinster Weise Genüge tut! Somit müssen wir einfach zwischen Veteranen und Einsatzveteranen unterscheiden. Die Kameraden, die als Einsatzveteranen ausgeschieden sind, sollten gesondert und offiziell geehrt werden. Dem Rest bleibt dann nur: „Im Namen der Deutschen Post überreiche ich Ihnen diese Veteranenabzeichen.“

    Mal nebenbei:
    Damals gab es Begriff Kriegsveteran. Aber da wir (die Bundeswehr) nicht in Kriegen, sondern in Konflikten eigesetzt werden klingt Konfliktveteran etwas seltsam, obwohl der Begriff bei Vielen trauriger Weise eine tiefergehende Bedeutung hätte.

  • Hallo du Rambo-Veteran
    Du weist bestimmt, dass die wirklichen Helden alle tot sind.
    Diejenigen, die den Kopf einziehen, überleben und bekommen dann – vielleicht – eine Medaille.
    Melde dich doch bei derFremdenlegion – die nehmen Leute bis zum 40. Lebensjahr!
    Nach der Grundausbildung hast Du die Möglichkeit zu den Fallschirmjägern In Calvi auf Korsika versetzt zu werden.
    Dort hast du regelmäßige Auslandseinsätze und viele kommen lebendig zurück.
    Allerdings kann es sein, dass Du beim ersten Footing Deiner Compagnie 1 km hinterherhechelst, und über Medaillen machst Du dir dort auch keine Gedanken mehr!
    Viel Glück!

  • Niemand muss sich das Ding bestellen. Das sagt doch schon alles. Ich finde es auch weit hergeholt, dass wir jetzt 10.000.000 Veteranen haben. In meinen Augen haben wir ein paar 1000 Veteranen und Millionen ehemalige Soldaten. Wer es unbedingt haben muss, soll es sich halt holen. Gibt es bald bestimmt auch in den Versionen Harz IV, ehemaliger Schüler, kann Fahrradfahren…

  • Eine andere Bezeichnung wäre sicherlich besser gewesen. Ich habe noch im kalten Krieg gedient, habe Wiedervereinigung und Übernahme der NVA erlebt. Als Feldjäger mit Einsatzraum Ruhrgebiet viele gefährliche Einsätze in der Heimat erlebt um andere an ihre Pflichten zu erinnern! So ein bisschen Veteran fühle ich mich schon und werde dieses Abzeichen beantragen.

  • „Wir haben dort unten Alles erlebt„ Allein diese Ausdrucksweise genügt mir schon. Der wahre Veteran hat seinem Land, gleich in welcher Zeit, in welchem Dienstgrad oder an welchem Ort, treu gedient. Der wahre Veteran trägt sein Abzeichen mit Stolz und prahlt auch nicht.
    Schon einmal darüber nachgedacht welchen Gefahren man im Polizeidienst, Rettungsdienst, in vielen Handwerksberufen und sogar als Schülerlotse ausgesetzt ist?

  • Ich bin der Meinung, das jeder BW-Uniformträger der den Eid geleistet hat, das Veteranenabzeichen zusteht.Können nun mal nicht alle Soldaten kein Scharfschütze sein und am Hindukusch Dienst tun. Ich war in den 60gern SaZ -Soldat bei den Panzerjägern mit Entlassungsdienstgrad Stuffz.Das nur mal erwähnt.

    H.R.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*