Allgemein 21. August 2022

„Aus Zeit vom Trauma“ – Bericht zum Jugendseminar August

von Martina Müller /Cäcilie Breithecker

Bildrechte: Veteranenkultur e.V. und AmitumKids gUG

Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Interessierte,

durch die Spenden aus unserem Projekt „Marsch der Wertschätzung“, konnten wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner amitumKids den ersten Jugendlichen im August 2022 eine entlastende „AUS-Zeit vom Trauma“ ermöglichen.

Die Reise ging für 5 Tage in die Jugendbildungsstätte Hardehausen. Neben einem großen Outdoorbereich mit Lagerfeuerstellen gab es in dem ehemaligen Klostergebäude viel Platz für Spiel, Sport und Freude sowie einen integrierten Jugendbauernhof. Das Team von amitumKids, u.a. bestehend aus Trauma-, Erlebnis- und Naturpädagogen, unterstützte die Jugendlichen durch fachliche Angebote. Unsere Vorsitzende kümmerte sich um das leibliche Wohl der Gruppe. Therapiehündin Berta, die gute Pfote, genoss es, stundenlang auf Seidenglanz gekrault und gebürstet zu werden.

Während der „AUS-Zeit“ wurden den Jugendlichen neben Entspannung vom fordernden Lebensalltag auch Austausch- und Reflexionsmöglichkeiten über Lebens- und Gefühlssituationen angeboten. Je nach Bedarf nahmen sie diese im Gruppenkontext oder im Einzelnen wahr. Alle Angebote basierten auf freiwilliger Natur – jeder konnte sich jederzeit bei Bedarf ausklinken. Im geschützten Rahmen tauschten sie sich mit Gleichaltrigen und/oder Fachkräften aus, fanden Gemeinsamkeiten und lernten wichtige Skills im Umgang mit herausfordernden Lebensumständen kennen. Die Jugendlichen kamen bereits nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit in den Abstand vom Alltag.

Das gesamte Seminar war geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und einer herzlichen Atmosphäre

Die spontanen Bedürfnisse der Teilnehmer wurden wahrgenommen und nach Möglichkeit umgesetzt – selbst der Wunsch nach einem Bobbycar-Rennen, welcher das Team ein klein wenig herausforderte! Das kurzfristig organisierte Gefährt wurde zum ständigen Begleiter der AUS-Zeit und sorgte für so manchen Lacher innerhalb und außerhalb der Gruppe. Klingt für den ein oder anderen Leser vielleicht befremdlich, war aber mega. Lachen, Leichtigkeit leben und Freude spüren ist so wichtig für alle Menschen, die mit traumatischem Stress im Alltag zurechtkommen müssen. Neben den zahlreichen fachlichen Angeboten stand dies im Zentrum der Veranstaltung und so wurden die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wie Schwimmen, Wasserballspielen, Tischtennisspielen, Ausflüge in die Umgebung sowie Walk und Talks mit Chipstüten von den Jugendlichen gerne angenommen.

Einen Wermutstropfen äußerten die Jugendlichen in der Abschlussrunde: die „AUS-Zeit“ ging viel zu schnell vorbei! Sie meldeten sich noch während des laufenden Seminars für das Nächste im Oktober an. Gemeinsam mit ihnen freuen wir uns mit ihnen dann auch auf die Zeit mit den neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die AUS-Zeit in Hardehausen war nicht nur für die Jugendlichen eine besondere Zeit, in der sie Freundschaften untereinander knüpften und neue Kraft schöpften. Auch für die Teamer waren es Tage, die von tiefer Dankbarkeit geprägt waren. Dankbarkeit gegenüber den Eltern für ihr großes Vertrauen, die Kinder in unsere Obhut zu geben. Dankbarkeit, diese wunderbaren jungen Menschen begleiten zu können und vor allen Dingen Dankbarkeit, dass Ihr Spender diese AUS-Zeit durch Eure Teilnahme an unserem Projekt „Marsch der Wertschätzung“ ermöglicht habt!

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an das gesamte Megateam von Veteranenkultur, welches viel Herzblut und viel Freizeit in das Projekt „Marsch der Wertschätzung“ und die Vereinsarbeit investiert hat. Danke – ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen. Jede einzelne Minute und Schweißperle hat sich gelohnt!

Was wir hier tun, ist vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn es gibt hunderte bis tausende Kinder und Jugendliche mitten unter uns, welche in Familien leben, in der ein Trauma als Einsatz- oder Berufsfolge zum Alltag gehört. Umso dankbarer sind wir, dass wir durch Eure Spenden dieser wichtige Tropfen auf dem heißen Stein sein können.

Man sagt und spürt es auch, wir müssen die Geldbeutel zukünftig noch enger schnallen. Aber bitte unter all den Umständen – lasst uns die Herzen weiterhin offenhalten.

Posttraumatische Belastungen nach Erfahrungen mit Krieg, Tod und Verwundung gehören zu den möglichen Folgen einer Parlamentsarmee im Einsatz. In Deutschland lebt eine neue Generation von kriegserfahrenen Veteraninnen und Veteranen mit ihren Familien, in denen solch ein Trauma zum Alltag gehört. Zeigen wir diesen Familien in unserer Gesellschaft – Ihr seid nicht alleine!

Unterstützen könnt Ihr unser Wirken über Paypal (spenden@veteranenkultur.de) oder Banküberweisung sowie durch Anmeldungen beim Marsch der Wertschätzung.

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