Allgemein, Gedenken 23. Juni 2019

Den Toten zu Ehren – Das BDV Gedenken an die verstorbenen Soldaten.

von Cäcilie Breithecker

Ein sonniger und warmer Tag, der Wind bewegt sanft die Blätter in den Bäumen und der Frieden, welcher diesem außergewöhnlichen Ort innewohnt, ist greifbar. Das übliche geschäftige Treiben fehlt auf diesem militärischen Gelände und der Eindruck entsteht, die Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam liegt verlassen zurück.

Eine Gruppe befindet sich auf dem Weg zum „Ort der Stille“, im Wald der Erinnerung. Menschen die den Verlust Ihrer Kinder, Partner und Kameraden sowie die Erinnerung an die eigenen Einsätze, schmerzhaft mit sich tragen. Fahnen umranden den Zug und geleiten sie langsam zum Ort des Gedenkens. Es herrscht ehrfürchtige Stille und die Anspannung ist spürbar, jeder Schritt näher lässt sie stärker ansteigen. Beim passieren der steinernen Stelen, welche die Namen der gefallenen Soldaten tragen, nimmt die Stimmung an Intensität zu.

Es fühlt sich an, als wenn jeder einzelne der gefallenen Soldaten, dort zum Gruße steht.

Am Ort der Stille angekommen hält die Gemeinschaft, unter dem Gesang des Liedes Hallelujah, inne. Die Emotionalität dieser Momente, kann mit Worten kaum beschrieben werden. Langsam und würdevoll, legen die Träger die Kränze und Blumengaben nieder. Von einer Erhöhung am Waldrand tönt durch den Klang der Trompete, die Melodie vom „Guten Kameraden“ und Tränen umspülen die Augen der Anwesenden. Eine kurze christliche Andacht lindert diesen Fluss, man versucht sich innerlich zu sammel, um den Verstorbenen persönlich zu gedenken. Im Anschluss an das gemeinschaftliche Singen der Nationalhymne, lösen sich die Teilnehmer aus der Gruppe.

Jeder findet nun die Zeit, für seinen eigenen stillen Gang, durch den Wald der Erinnerung. Zunehmend säumen Rosen die Gedenksteine und Tafeln der Ehrenhaine, welche in tiefer Andacht abgelegt wurden.

Eine würdevolle und emotionale Gedenkfeier, findet ihren Abschluß.

Jedes Jahr lädt der Bund Deutscher Einsatzveteranen zu seinem Gedenktag im Wald der Erinnerung, ein. Auch am 22.06.2019 folgten dieser Einladung ca. 60 Teilnehmer und gedachten gemeinsam der Menschen, welche Ihr Leben in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr ließen.

Menschen, die im Auftrag der Zivilgesellschaft, durch die Abgeordneten des Bundestages, in die Einsätze geschickt wurden, aus denen sie nicht mehr lebendig heimkehrten. Umso erfreulicher wertete der BDV, dass mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Manja Schüle/SPD zum ersten Mal, ein Mitglied des Bundes teilnahm. Es bleibt zu wünschen, dass weitere Vertreter der Fraktionen und des Ministeriums für Verteidigung, sich dieser Verantwortung stellen.

Gemeinsam diente man im Einsatz und gemeinsam gedenkt man der gefallenen Kameraden.

Der Combat Veteran e.V. und der Recondo Vets MMC setzten mit Ihrer Teilnahme, dieses starke Zeichen. Die einheitliche Forderung der Veteranenvereinigungen nach einem offiziellen Veteranentag, blieb bis dato unerfüllt. Zu sehr scheut die Regierungsebene die Diskussion mit und innerhalb der Zivilgesellschaft, über einen längst fälligen Gedenktag. Ein Tag wie er bereits in anderen Ländern umgesetzt und praktiziert wird.

Ein weiteres Aussitzen dieser notwendigen Diskussion, ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die Ihren Dienst im Auftrag und zum Wohle der Gesellschaft, pflichtbewusst erfüllen und erfüllten.

Anerkennung, Respekt und Wertschätzung innerhalb der Gesellschaft gegenüber den Einsatzkräften der Bundeswehr, kann nur wachsen wenn die Politik mit gutem Beispiel voran geht.

Foto: Stefanie Küsters von "Gemeinsam zur Erinnerung"
Foto: Stefanie Küsters von „Gemeinsam zur Erinnerung“

Fotos: Roman Bracht

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