Cäcilie Breithecker

Cäcilie Breithecker

Guten Tag! Mein Name ist Cäcilie Breithecker, 51 Jahre und mir war lange nicht bekannt, dass still im Verborgenen eine Gruppe von Menschen lebt, welcher wir zu wenig Aufmerksamkeit schenken: Die Gruppe der Einsatzveteranen und ihre Angehörigen

Zum einen lag es wohl daran, dass ich als pazifistische Zeitgenossin bei dem Thema Krieg und Militär eher auf Distanz gegangen bin und zum anderen, weil die mediale Berichterstattung über die Auslandseinsätze der Bundeswehr, sich meist auf eine Randnotiz in den Medien beschränkt.

Dies änderte sich schlagartig als mein Sohn mir eröffnete, sich nach dem Abitur zum Soldat auf Zeit, bei der Bundeswehr zu bewerben. Für mein Mutterherz und meine pazifistische Grundhaltung war dies eine bittere Pille. Dem folgten nächtelange Diskussionen und die Feststellung, dass er sich seiner Entscheidung bewusst ist. Danach blieb mir nichts übrig, als seine Entscheidung zu respektieren. Heute stehe ich voll und ganz hinter ihm.

Er drückte mir damals das Buch, 4 Tage im November: Mein Kampfeinsatz in Afghanistan, von Johannes Clair, in die Hand. Herr Clair schildert darin seine Erfahrungen während der Operation Halmazag und verschafft so einen Einblick in den Alltag der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Je tiefer ich mich durch die Seiten grub, desto heftiger berührte mich das Thema. Nicht nur, weil mein persönliches Utopia ins Wanken geriet und ich schlagartig in eine neue Realität transportiert wurde – in der Krieg, Verwundung und Tod zum Alltag gehören. Nein, was mich ganz besonders erschütterte, war die Teilnahmslosigkeit , die in unserer Gesellschaft, gegenüber diesem Thema vorherrscht.

Ungerechtigkeit war mir schon immer ein Greuel und ich machte mich auf die Suche, nach einer Möglichkeit etwas dagegen zu tun.

So fand ich meinen Weg zum Bund Deutscher Einsatzveteranen, wo ich heute als Fallmanagerin einsatzgeschädigte Veteranen und ihre Angehörige unterstütze. Der „Bund Deutscher Einsatzveteranen“ ist ein gemeinnütziger Verein, welcher sich seit Jahren für die Belange der Einsatzveteranen und ihrer Angehörigen stark macht.

Durch seinen unermüdlichen Einsatz für einsatzgeschädigte Veteranen, konnte vielen Menschen zu ihrem Recht verholfen sowie Akzeptanz und Hilfe im Alltag erreicht werden. Auch auf politischer Ebene wurde einiges bewegt. So ist es nicht zuletzt der Arbeit der Veteranenvereinigungen zu verdanken, dass 2018 durch das BMVg eine, wenn auch etwas schwammige Definition des Veteranenbegriffs herausgegeben wurde.

Eine Veteranenkultur ist wichtig für unsere Gesellschaft, weil

  • gesellschaftlicher Frieden nicht gelebt wird, solange man eine Gruppe ausgrenzt und mit dem Nächsten noch im Krieg steht.
  • diese Frauen und Männer unsere Anerkennung verdienen, sie verteidigen auch unser Recht, dagegen sein zu können.
  • eine Willkommenskultur in der man einer Gruppe die Türe zuschlägt, nicht nachhaltig ist.
  • es eine bunte und vielfältige Truppe ist – ein Spiegel unserer Gesellschaft.
  • die Zivilgesellschaft diese Menschen in die Auslandseinsätze schickt und wir somit die Verantwortung durch unseren politischen Willen tragen.
  • wir diese Menschen nicht länger ignorieren dürfen , 400.000 Einsatzrückkehrer verdienen unsere Aufmerksamkeit.

In diesem Sinne…. packen wir es gemeinsam an!