In eigener Sache

Stellungnahme der SPD Stadtverband Brackwede:

Sehr geehrter XXX
Vielen Dank für Ihre Mitteilung, welche mir die Möglichkeit gibt Ihnen direkt zu antworten.
Die SPD Brackwede erkennt selbstverständlich die Leistung aller Soldat*innen an. Denn die Soldat*innen setzten sich weltweit für den Frieden und die Menschenrechte ein, wovon alle profitierten. Daher schulden wir alle Herrn H.G. Martin Augustyniak unseren Respekt und unsere Anerkennung sowie das Bedauern und Mitgefühl gegenüber seiner Familie. Insbesondere da die Bezirksvertretung über die Umstände informiert wurde.
H.G. Maritn Augustyniak wurde in einem Ehrengrab auf dem wohnortnahen Friedhof beigesetzt. Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge veranstaltet zudem jährlich einen Gedenktag, an dem unter anderem das Reservekommando aus Düsseldorf anwesend ist. Unsere Bezirksbürgermeisterin Regina Kopp-Herr nimmt ebenfalls aus Überzeugung und Solidarität an dieser Gedenkveranstaltung teil, damit Militär und Politik gemeinsam ihrer Wertschätzung zum Ausdruck bringen.
Seitdem bringt Frau Kopp-Herr bei diesem Thema immer die Wertschätzung gegenüber der Mutter zum Ausdruck, da ihre größte Befürchtung wahr geworden ist; dass ihr Sohn in Afghanistan fällt. Aus diesem Grund haben wir uns auch für die zusätzliche Aufstellung einer Gedenkbank in unmittelbarer Nähe zum Elternhaus eingesetzt.
Eine darüber hinaus angedachte Benennung eines Platzes für einen in Afghanistan gefallenen Soldaten ist nach meiner Kenntnis eher selten, vielleicht sogar einmalig.
Eine klare Bedingung war, dass es keine weiteren Mahnmale oder Gedenksteine geben wird. Dies wurde auch kommuniziert.
Seitens des Veteranenkultur e.V. wurde der öffentliche Platz dennoch ohne Genehmigung oder vorherige Absprache mit einem Gedenkstein erweitert. Zudem war ein großes Fest, nach unserer Kenntnis sogar am 20. April, sowie ein jährlich stattfindendes Fest geplant.
Unter anderem aufgrund dieses Vorgehens, dem historisch eindeutig vorbelasteten Datums als Hitlers Geburtstag sowie weiteren angedachten Maßnahmen entstehen in der Bevölkerung Sorgen über die schleichende Entwicklung eines rechten Kultortes. Zudem wurde das Vertrauen gegenüber der Politik bei diesem, für Teile der Bevölkerung, sensiblen Thema verspielt.
Durch das eigenwillige Verhalten von dem Veteranenkultur e.V. ist es uns daher unter den gegebenen Voraussetzungen leider nicht möglich, als weitere Maßnahme des Gedenkens den Platz in „Augustyniak-Gedenkplatz“ zu benennen.
Wir bedauern insbesondere für die Eltern zutiefst, dass dieses Thema aus kommunalpolitischen Gründen nun in der breiten Öffentlichkeit thematisiert wird, anstatt nach außen Ruhe in dieses Thema zu bringen und anschließend eine gemeinsame Konsenslösung für alle offenen Fragen zu finden.
Wir hoffen Ihnen sowohl die klare Position als auch die auslösenden Beweggründe der SPD Brackwede sachlich dargelegt zu haben.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruß
Ihr SPD Stadtverband Brackwede

Eigentlich wollten wir die Situation sachlich und in Ruhe mit der Bezirksvertretung Bielefeld Brackwede und der SPD klären. Die o.g. Stellungnahme und die darin enthaltenen Vorwürfe der SPD, welche aktuell in Umlauf gebracht werden, sind sehr schwerwiegend und bedürfen dringender Klärung.

Es ist Wahlkampf – ja. Aber auf welche Kosten?

Unsere Stellungnahme:

Sehr geehrte Damen und Herren der Bezirksvertretung und SPD Stadtverband Brackwede.

Bezug nehmend auf das Telefonat zwischen Ihrem Herrn Plaßmann (SPD) und unserer Vorsitzenden Frau Cäcilie Breithecker möchten wir dringend einige Vorwürfe gegenüber dem Verein Veteranenkultur e.V. , sowie den Vorwurf eines Heldengedenkens entkräften und um eine Stellungnahme seitens der Bezirksvertretung bitten.

Vorwurf: Veteranenkultur e.V. wollte am 20.4.2020 (Geburtstag von Adolf Hitler) eine Helden/Veteranenveranstaltung durchführen.

Veteranenkultur e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Sichtbarmachung, das Verständnis und die Integration einer Parlamentsarmee einsetzt. Wir möchten eine Veteranenkultur in Deutschland anregen, die von der Zivilgesellschaft mitgestaltet wird und besonders die kritischen Stimmen mit einbezieht. Wir halten dazu u.a. Vorträge und Treffen mit der Partei DIE LINKE und der Deutschen Friedensgesellschaft ab, um eine konstruktive und sachliche Ebene mit dem Umgang Parlamentsarmee, Auslandseinsätze und deren Folgen zu erreichen und somit einen Diskurs in der Gesellschaft anzuregen.

Wir stehen zum Grundgesetz der BRD und möchten mit unserer Arbeit ein Zeichen gegen die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft setzen. Es war nie eine Veteranenveranstaltung am 20.04.2020 geplant. Unsere Vorsitzende Frau Breithecker hat schriftlich mit Frau Trüggelmann (Stadt Bielefeld Bezirksamt Brackwede) kommuniziert, dass wir ein Nachbarschaftsfest begehen möchten (E-Mail liegt vor). Dies wurde auch im Protokoll Ihrer Sitzung vom 20.08.2020 so niedergeschrieben. Die Genehmigung dazu wurde von der Bezirksvertretung erteilt. Vom ersten Tag an haben wir Wert darauf gelegt, dass neben den Anwohnern auch die Stadt Bielefeld mit eingebunden wird.

Die Aussage, wir wollten eine Veteranen/Heldenveranstaltung am „20.4.2020“ abhalten, ist absolut haltlos und entbehrt sich jeder Grundlage.

Wir fordern Sie auf, die Quelle dieser Falschaussage offenzulegen! Wir werden diesbezüglich rechtl. Schritte einleiten. Solch eine rufschädigende Aussage können wir nicht einfach so im Raum stehen lassen. Ein Blick auf unsere Homepage, unsere Satzung und unser Engagement hätten gereicht, um diese haltlosen Aussagen zu entkräften. Stattdessen kommuniziert man über uns, statt mit uns.

Heldengedenken

Ein Heldengedenken war nie das Ziel, sondern eine Sichtbarmachung über die Folgen des Krieges, welche der Gesellschaft als Mahnmal dienen sollen. Herr Martin Augustyniak wurde von der Zivilgesellschaft in den Auslandseinsatz geschickt, aus dem er nicht lebend zurückkehrte. Es liegt in der Verantwortung einer Zivilgesellschaft, sich mit den Folgen ihrer Entscheidungen auseinander zu setzen. Es reicht nicht, die Verantwortung alle vier Jahre mit einem Kreuz an der Wahlurne abzugeben und dann wegzuschauen. Die von uns gewählten Volksvertreter entscheiden in unserem Namen über Leben und Tod. Die Aussage des Herrn Plaßmann (SPD): „Er ist halt Soldat“ ist nicht nur zu tiefst menschenverachtend, sondern minimiert die Verantwortung einer Gesellschaft gegen null. Als Gesellschaft müssen wir uns dieser Verantwortung stellen und die Folgen unserer Entscheidungen wahrnehmen. Nichts anderes sollte der Gedenkort verdeutlichen. Niemals strebten wir eine Heldenverehrung an, sondern ein Mahnen aus der Mitte der Gesellschaft an die Gesellschaft.

Informationsstele

Die Errichtung der Informationsstele durch die Firma Kohlschmidt, vertreten durch Herrn Galling, erhielt zum Aufbau die Genehmigung der Stadt Bielefeld. (Email von Kohlschmidt Grabmale liegt vor) Auf der Informationsstele befindet sich ein QR-Code, der zu einer Informationsseite auf unsere Homepage führt. Dort berichten wir über den Menschen Martin Augustyniak, indem wir ehemalige Freunde, Klassenkameraden, Lehrer etc. zu Wort kommen lassen. Wir beschreiben dort die Umstände seines Todes, sowie die Entstehungsgeschichte des Platzes. Auf der Stele sowie auf unserer Homepage findet kein Heldengedenken statt. Auch hier hätte ein Blick auf die verlinkte Seite gereicht, um diese Vorwürfe zu entkräften.

Die Aussage des Herrn Plaßmann SPD: „Das Ganze hätte ein Ausmaß angenommen“, können wir nicht nachvollziehen.

Des Weiteren findet am Platz auch keine Heldenverehrung statt, weder organisiert von Veteranenkultur e.V. , noch von sonstigen Gruppierungen. Ein Heldengedenken war weder seitens der Initiatoren, Volker Lehmann und Uschi Wolf, noch Veteranenkultur e.V. angedacht.

Wir fordern die Klärung des Sachverhaltes, die Offenlegung der Quelle bezüglich der vermeintlichen Veranstaltung am 20.4.2020, sowie eine Stellungnahme seitens der Bezirksvertretung bis zum 14.9.2020.

Ihre Entscheidung den Platz zukünftig nicht in „Martin-Augustyniak-Platz“ umzubenennen, bezugnehmend auf Falschaussagen zu unserem Verein, entzieht sich unserem Rechts- und Demokratieverständnis.

Mit freundlichem Gruß

Vorstand Veteranenkultur e.V.

Abschließend möchten wir sagen, dass wir über die Umgangsweise ziemlich schockiert sind. Ein Anruf, ein Blick auf die Homepage oder unsere Satzung hätten gereicht, um diesen unsäglichen Vorgang zu vermeiden.

Aber vielleicht passt es den Beteiligten auch einfach nur gut ins Wahlkampfkonzept.

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