Allgemein 31. März 2020

„In der Krise zeigt sich der Charakter“ (ein Aufruf)

von Roman Bracht

Jede Krise hat ihr Ende und erzwingt uns neue Wege einzuschlagen. Was für den einen abgedroschen klingt, birgt für andere eine Chance auf einen positiven Wandel.

Was passiert nach der Krise?

Welche Wege und Erneuerung das sind, werden wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen können. Momentan wird die eingeschlagene Marschroute verfolgt, um halbwegs aus der Krise herauszukommen. So weit so gut.

Die Regierung beschließt ein weitreichendes Kontaktverbot und weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Einschneidende Quarantänemaßnahmen, die es in der Geschichte so noch nicht gegeben hat. Wirtschaftshilfen in noch nie da gewesener Größe werden umgesetzt. Sie als Leser wissen um diesen Geschehnisse, die ich auch nur hier Aufliste, um folgendes zu verdeutlichen:

Die Demokratie in dem Land beweist sich als stark.

Sie setzt alles in Bewegung, um gemäß ihres Eides, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Das dies auch in der Umsetzung keine Selbstverständlichkeit ist, wird einem bei dem Blick auf andere Länder bewusst.

Es ist der so genannte Stresstest für die Regierung(en) und natürlich auch für die Bevölkerung. Social distancing ist für uns alle nicht leicht, in einer Zeit wo es darauf ankommt zusammen zu stehen.

Antworten auf Fragen wie „Wann ist diese internationale Krise vorbei?“, „Wann werden die einschneidenden Maßnahmen gelockert?“ wären momentan nur reine Spekulation. Spannender sind doch Fragen wie “welche Möglichkeiten können wir aus dem Shutdown generieren?”

Auf eines können wir uns doch grundsätzlich einigen:

Wenn wir uns als Gesellschaft auf die Dinge fokussieren, die uns berühren, werden wir diese auch mitgestalten können.

Das hat die Krise sehr deutlich gezeigt: die wirklich wichtigen Themen mit ihren Problematiken, werden zu einer Lösungen führen, die gesellschaftlich getragen werden, was wiederum die nötige Umsetzung in kraft setzt.

Das ist auch die Überleitung des oben genannte Zitat von Helmut Schmidt, was man als Ansporn sehen kann. Sich zu Fragen, was nützlich ist. Welches Handeln bringt einen Mehrwert mit ein?

Ein Beispiel um auch bei den systemrelevanten Berufen und damit auch bei den Veteranen zu bleiben:

Das Bewusstsein, wie wichtig die Kassierer und Pfleger, Polizei, Rettungskräfte, etc. sind, wird uns durch die Krise, vor allem mitunter auch physisch bewusst. Um diesen Corona-Helfern etwas zurückzugeben, ist die Geste des Dankes & Respekts, das klatschen von Fenstern und Balkonen in einigen Großstädten etabliert worden. Dieses simple klatschen ist selbstverständlich nicht der alleinige Ausgleich ihrer Leistung. Er wird hoffentlich den politischen Druck und Willen aufbauen, den es benötigt, um für diese Berufsgruppen bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Natürlich findet sich auch die Bundeswehr in der Rolle – als Helfer. Sie mobilisiert (ohne den Status der Mobilmachung) ihre Reservisten, besonders im Sanitätsdienst. Bundeswehrsoldaten erledigen in Schleswig-Holstein für Risikogruppen die alltäglichen Einkäufe. An der deutsch-polnischen Grenze werden die im Stau wartenden Menschen, mit dem Nötigsten versorgt. Das sind nur wenige Beispiele für das Wirken der Streitkräfte in der Krise. Spätestens ab dem 3. April werden bis zu 15.000 Soldaten bereitgestellt, ausgerüstet mit einem einmaligen Einsatzplan.

Der Kernauftrag liegt dabei in der äußeren Sicherheit.

Das Grundgesetzes befähigt die Katastrophenhilfe der Bundeswehr, welche sie professionell wahrnimmt. Die militärische Unterstützung gilt vor allem dann, wenn zivilie Behörden „an das Ende Ihrer Leistungsfähigkeit“ angelangt sind, laut Verteidigungsministerin. Aber auch dafür wird die Bundeswehr, zum Teil scharf kritisiert. Gäbe es Kritik wenn fehlende Planungen und Hilfen ausblieben? Ja und das zu Recht.

Welche Synergien setzt das frei? Wird das die Sicht der Zivilgesellschaft auf die Bundeswehr verändern? Und wenn ja, in welche Richtung? Während die einen erleichtert diese Option annehmen, sehen sich andere bedroht bei der Vorstellung, das “illegale Kaffeekränzchen“ von Bundeswehrsoldaten zerschlagen werden.

Einiges wird nach der Krise neu diskutiert. Zum Beispiel die Wertschätzung der systemrelevanten Berufe. Auch kann der öffentliche Dienst, bzw. auch die Bundeswehr profitieren. Die Generation Z (Baujahr 1997 bis 2012), die diese Krise erlebt, wird mehr Sicherheit anstreben und sich leichter für die dementsprechenden Berufe entscheiden.

Noch etwas hat uns die Krise jetzt schon gelehrt, was viele Kameraden und ich selbst bei der Bundeswehr durchgängig erlebt haben: Vor der Herausforderung, dieses internationale Problem mit zu lösen, sind wir alle gleichgestellt. Nationalität, Hautfarbe, Bildung, Alter, Religion, etc, spielen keine Rolle. Es kommt eben auf die Haltung an.

Was auch immer auf uns zu kommt. Gehen wir weitere Punkte neugierig und offen an – Danke!

Bleiben Sie gesund und wenn möglich Zuhause – Danke!

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